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PNY Tagesbericht 6.-9. April

BlueGerbil | 9. April 2010 19:50
06.04.2010: 184. Kurzmeldung (12:34 Uhr MEZ)

Tohatsu-Motor Nr. 2 läuft auch und der Umbau der Autos in der kleinen Garage geht weiter voran.

Allerdings gibt es Faktoren, die uns derzeit den Start zur Überquerung der Beringstraße nicht erlauben. Zum Einen müssen wir auf die Abfertigung durch den russischen Grenz- und Zolldienst warten, zum Anderen ist die Wetterlage derzeit alles andere als optimal.

Ein Sturm/Tief jagt das nächste. Heftige Winde aus Norden sorgen zwar für eine derzeit starke Eiskonzentration in der Beringstraße, lassen aber durch die Gesamtwetterlage keinen Aufbruch zu.

Wir warten.

09.04.2010: 185. Kurzmeldung (11:51 Uhr MEZ)

Also wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen das Bermuda ist da. Langsam wird es auch hier unheimlich.

Erst müssen wir Victor nach Moskau senden, wo er nur knapp den Terroranschlägen entgeht, dann ereignet sich gestern Morgen in geringer Entfernung zu uns ein Erdbeben (bei N 65.3 / W 170.7).

Wir kennen die Zusammenhänge noch nicht genau, aber die seismische Welle des Erdstoßes, der mit 4,7 gemessen wurde, scheint mit dafür verantwortlich zu sein, dass das Eis an der Küste Uelens in den Morgenstunden auf ganzer Länge abgerissen ist. “Ja leck mich am Ärmel!”

Um uns das besser anzusehen, haben wir heute eine ca. 10 km lange Wanderung entlang des Risses bis kurz vor “die drei Brüder” (eine Felsformation vor dem Cap) gemacht. Interesssant.

Dabei trafen wir auch auf einheimische Jäger, die das Abreißen des Eises zum Jagen und Fischen nutzen.

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PNY Tagesbericht 31.März-2. April 2010

BlueGerbil | 3. April 2010 19:47

31.03.2010: 180. Kurzmeldung (21:11 Uhr MEZ)

Uelen ist sicher anders als andere Ortschaften die wir bisher besuchten/durchfuhren. Hier scheint die Zeit, die Sprache, die Gewohnheit, das Leben andere Wege zu gehen. Das Leben, das sich hier sprichwörtlich auf der Straße abspielt …
Drei Einladungen wurden uns ausgesprochen, drei Besuche bei Menschen/Familien in Uelen wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, drei Erlebnisse mit Eindrücken, die auch nachdenklich machen können.

Ansonsten vergehen die Tage mit den Arbeiten an den Wagen. Wir erleichtern die Autos wo es nur geht, bauen die Tankanlage um, ändern die Dachträger, öffnen die Dächer für den Notausstieg, bauen die Außenbordmotoren an, sortieren die Bauteile des Hebesystems, bereiten die Hydraulik vor, setzten die Schäden instand, die wir uns von Lavrentia bis Uelen eingefahren haben, usw.

Mittlerweile hat auch der Sturm, der eisigen Nordwind und gefühlte Temperaturen um -40°C brachte wieder nachgelassen. Dieser hatte Uelen seit einigen Tagen fest im Griff und riss an allem was nicht Niet- und Nagelfest war. Zumindest können wir uns nun auch wieder ohne Mütze und Jacke in unserer Wohnung aufhalten und ein paar Zentimeter der Fensterscheiben sind auch wieder aufgetaut nachdem Abertausende von Eiskristallen den Blick verwehrten.

Anbei ein paar Bilder des Umbaus und der Werkstatt, die unmittelbar auf den Strand gebaut wurde. Liegen wir unter den Autos, liegen wir sozusagen am/auf dem Strand von Uelen.

Die anderen Bilder zeigen tschuktschisches Essen und Schnitzkunst.

01.04.2010: 181. Kurzmeldung (01:37 Uhr MEZ)

Wie ungewöhnlich.

Ich gab Victor den Auftrag am zurückliegenden Sonntag, nachts den Zug von außerhalb nach Moskau zu benutzen anstatt Montagmorgen. Er traf in Moskau Stadt am Montagmorgen um ca. 7 Uhr ein und musste dann auf dem Weg zu einem Treffen mit der Deutschen Botschaft die Untergrundlinie nehmen auf deren Strecke nur rund eine Stunde später eine Bombe explodierte.

Wir hörten über mein Office zeitnah von den Terroranschlägen und waren sehr besorgt. Zumal wir zu dem Zeitpunkt keinen telefonischen Kontakt zu Victor aufbauen konnten. Dass sein Handy nur an der Pforte der Deutschen Botschaft lag erfuhren wird erst später. Alles gut - die Schutzengel und guten Geister fliegen anscheinend derzeit im Nonstop-Betrieb um ihn herum.

Wie positiv.

Heute Morgen dann ein klasse Start in den Tag. Zunächst traf eine außergewöhnlich gute Nachricht einer Behörde aus den USA ein, dann teilte Victor mir telefonisch mit auch in Moskau sei alles mit der US-Botschaft geregelt und dann erreichte uns - quasi als besondere Krönung - das Schreiben mit der offiziellen “Ausreisegenehmigung” der PNY-Expedition seitens der russischen Administration für den “Nichtgrenzpunkt” Uelen.

Wir wissen dieses Entgegenkommen sehr zu schätzen und bedanken uns dafür auch auf diesem Weg bei den beteiligten Personen, Ministerien und Behörden.

01.04.2010: 182. Kurzmeldung (10:14 Uhr MEZ)

Wie nervend. Warum sollte ein Tag auch ausnahmslos gut sein?

Manche Agreements scheinen nicht viel wert zu sein. So hat uns heute Mittag die Dame, von der wir die Wohnung angemietet haben, angerufen und uns mitgeteilt - nachdem wir zusätzlich zur vereinbarten Zahlung die ganze Wohnung gereinigt, die Wasserleitung der Küche repariert und die Toilette auf Vordermann gebracht haben - dass die Wohnung nun bitte wieder geräumt werden muss. Ja spinnt die Tante denn? Wir haben eine Vereinbarung für einen Monat. Man geht mir so was auf die Nerven.

Da sollen wir wohl ein bisschen ausgenutzt werden. Besonders weil sie uns - nachdem ich mich wieder aufregen durfte - am Telefon offerierte für eine Verdreifachung der Summe gerne in der Wohnung bleiben zu dürfen.

Wie auch immer. Wir werden die Wohnung nicht vor Ablauf der Vereinbarung räumen und erwarten - zum ersten Mal in Russland - Ärger. Hoffentlich gibt es ein paar Leute die ihr hier in Uelen oder in St. Petersburg wo sie lebt klar machen, dass das so nicht geht.

Die gute Nachricht:

Nach 1,5 Jahren ungeschütztem liegenden, stehenden, rüttelschüttel-Staub-und-Kälte Transports auf Anhängern, x-maligem Umlagern, Schnee und Eis, haben wir den ersten Tohatsu Außenbordmotor heute fertig angeschlossen und gestartet. Beim zweiten Mal Schlüssel umdrehen lief er. Einfach genial. Hoffen wir mal Nr. 2 macht morgen das Gleiche.

02.04.2010: 183. Kurzmeldung (11:47 Uhr MEZ)

Gestern Abend waren wir als Zuschauer bei den Tanzproben der Eskimotanzgruppe dabei und konnten uns über einen kleinen mongoloiden Jungen freuen, der in den zwei Stunden Tanz unglaublich viel lernte.

Die üble Situation mit der Vermieterin hatte sich tagsüber zunächst insofern regeln lassen, dass wir bis Ablauf des vereinbarten Monats zum vereinbarten Satz in der Wohnung bleiben. War ‘ne harte Nuss und Nerven hat es auch gekostet, aber na ja.

Heute dann das nächste Problem. Das GPS Spot Notsystem funktioniert nicht und die netten Leute der Herstellerfirma sind nicht in der Lage oder willens einen Rückruf durchzuführen, geschweige denn die Sache zu lösen. Man (die Expedition) hatte ja nur vor sich im Falle einer notwendigen Rettungsaktion darauf zu verlassen. Bin gespannt wie die das hinbringen wollen - ist auf jeden Fall unnötig wie ein Kropf wenn so ein Zeug nicht richtig geht und noch dazu dass man wegen dieser Typen, die sich nicht wie vereinbart melden, den ganzen Tag in der Wohnung rumsitzt, als hätte man nichts anderes zu tun.

Rudi hat die Zeit heute wenigstens genutzt und mit der Video-/Fotoausrüstung das örtliche Heizkraftwerk besucht. Er ließ sich erklären wie das hier funktioniert und durfte Einblick in Technik nehmen, die vieles hier am Leben hält. Es sind sehr nette Männer dort, die uns jederzeit willkommen heißen. Besonders Slava, der 70-jährige Chefheizer, der aussieht wie 55-60 und Muskeln hat wie ein 40-jähriger Fitnesstrainer ist aufgeschlossen. Das ein oder andere Mal schon saßen wir zusammen, tranken einen Tee, hören seine Geschichte, manchmal fällt auch lange kein Wort und jeder denkt den jeweils eigenen Teil.

Es ist eine eigene, spezielle Lebenssituation hier, auf dem rund zwei Häuserreihen schmalen Landstück zwischen Beringstraße und Lagune, auf der sich Uelen befindet. Die Menschen passen sich an und leben wie die Natur die Weichen stellt.

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Garmin Oregon Firmware 3.70

BlueGerbil | 1. April 2010 06:36

Für die Garmin Oregon x00 Geräte gibt´s eine neue Firmware, wahlweise per WebUpdater oder als direkten Download. Die Änderungen sind wie folgt:

Changes made from version 3.60 to 3.70:
- Added support for Garmin BirdsEye.
- Added mmHg pressure units.
- Added ability to change active track color.
- Added option to calibrate screen under Setup->Display.

Seite des Updates: http://www8.garmin.com/support/download_details.jsp?id=4051
Direkter Download: http://www8.garmin.com/software/Oregon_WebUpdater__370.gcd

Speziell der implementierte Support für Garmin BirdsEye ist interessant, sollte es damit doch einfach möglich sein, Satelliten-Bilder auf dem Gerät zu nutzen. We´ll see…

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PNY Tagesbericht 26. März 2010

BlueGerbil | 27. März 2010 08:39

26.03.2010: 178. Kurzmeldung (05:08 Uhr MEZ)

Gute Tage sehen anders aus.

Unerwartet mussten wir vorgestern unsere Unterkunft verlassen, weil die Person, bei der wir bisher wohnten, einen ankommenden aber dann doch nicht stattgefundenen Helikopterflug zur Mitreise benutzten wollte. Wir hatten nur wenige Stunden Zeit eine neue Bleibe zu finden und liefen entsprechend unruhig die Straße auf und ab, sprachen Leute an, fragten die Administration, die Wetterstation, etc. Schlussendlich schafften wir es, eine kleine, leer stehende Wohnung zu finden. Sie ist nun - nachdem wir diese in einer Hauruckaktion umräumten und von Grund auf reinigten - unsere neue Wohnung. Dann hieß es noch in der Nacht umziehen. Alles Equipment, Werkzeug, Kleidung, Schlafsäcke, Schuhe, die gesamte Rettungsausrüstung, etc. - na eben alles. Zuerst trugen wir so viel wie möglich jeder nehmen konnte und liefen an das andere Ende Uelens. Dann kam der Fahrer eines russischen Burans mit Schlittenanhänger und bot an zu helfen. Dann kamen Kinder und zum Schluss waren wir umringt von Personen, die die Sachen auf dem Schlitten hielten, begleiteten, trugen, kommentierten, halfen, etc.

In jedem Fall brachte der Umzug mehr Ruhe für das Team. Jeder hat nun einen Schlafbereich oder so ähnlich. Wir haben einen Tisch und ein Keramikteil, das mal eine Toilettenschüssel werden sollte mit Brausespülung. Na ja, wenigstens kein Toilettenwasser schleppen.

Dafür Frischwasser, das draußen angeliefert wird und welches wir dann mit Eimern in die Wohnung tragen.

Viel viel mehr aber als diese kleine Geschichte ärgern mich Vorgänge in Zusammenhang z.B. mit der US-Botschaft in Moskau. Da kannst du schier einen Flash bekommen, ob derer Haltung und Gebaren. Gestern war dahingehend wieder ein ganz besch***ner Tag. Nachdem wir einen netten Brief im Auftrag eines amerikanischen Supervisors erhielten, mussten wir sehr schnell handeln.

Die US-Botschaft in Moskau z.B. hat - offensichtlich ohne dass sie ansatzweise begreift um was es geht, geschweige denn Briefe richtig lesen kann - Victor Burstein, den Verdientesten von allen Helfern, ohne den die Expedition mit amerikanischen Wagen NIEMALS Uelen erreicht hätte, nach Moskau beordert um Papiere zu klären. Die Typen haben gestern doch tatsächlich einen Beweis gefordert, dass die Expedition existiert. Da glaubst du nicht dass es sowas gibt. Zuerst habe ich mich tierisch aufgeregt, dann gelacht. Es scheint mir ein Höhepunkt absolut geistiger Armut.

Victor ist also derzeit auf dem Weg von Uelen!! nach Moskau, weil die amerikanische Botschaft ja schließlich AMERIKA ist. Und dass es sich bei den Fahrzeugen um amerikanische handelt interessiert dort eh niemand.

Komisch nur, dass wir auf der anderen Seite mehr und mehr Anfragen amerikanischer Magazine und Newspaper erhalten, die die historische Leistung der Expedition mit den “so tollen amerikanischen Wagen” publizieren und beschreiben wollen. Ich antworte aber nicht, weil sich mir der Magen bei dem Gedanken umdreht, wie wir von einem amerikanischen Partner im Stich gelassen wurden, wie wir trotzdem durchhielten, wie Victor nun nach Moskau kriechen darf, usw. I think it`s a shame.

So stehen wir hier, 100 km vor Amerika und warten.

Derweil bereiten wir uns und die Wagen vor und haben in der Heizfabrik wieder mal duschen können (wobei ich verwundert war dass Rudi schon wieder duschen wollte. Er hatte vor ein paar Tagen erst das Vergnügen ;-)).

Ach ja: Für deftige Worte entschuldige ich mich bei denen, die es nicht betrifft. Wer will legt einfach ein “Biep” drüber. Und sollte sich jemand auf den Schlips getreten fühlen ob meiner Schreibweise, wird es wohl der bekannte “getroffene Hund sein, der bellt”.

26.03.2010: 179. Kurzmeldung (05:52 Uhr MEZ)

Niemals aufgeben und schon gar nicht lassen wir uns von der US-Botschaft in Moskau unterkriegen.

Gemeinsam mit ganz ganz speziellen Helfern und Freunden sitzt Victor heute in einer Maschine nach Moskau. Das ist ein Held. Das hätte keiner außer ihm, den top Leuten, die uns in Russland unterstützen und dem EE-Office einschließlich der Flugbörse in Deutschland geschafft. In zwei Tagen von Uelen nach Moskau.

Man, habe ich einen Prass auf diese Bürokraten.

Bilder aus Uelen, von den Überlebensanzügen und der Aufführung in der Schule gibts unter http://www.facebook.com/album.php?aid=156034&id=41595873841

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Von alten Caches und neuen Meilensteinen…

BlueGerbil | 21. März 2010 23:08

Heute früh waren wir mit Freunden zum Brunch im Racing House in Schaafheim verabredet - nett war´s! Gut gesättigt war danach noch eine kleine Cache-Runde angesagt, diesmal in Babenhausen. Renate wollte ihren 1500. Cache heben und dazu hatten wir uns den “Bawwehoise Railway cache” ausgesucht.

Der Cache bescherte uns einen Spaziergang durch Babenhausen, zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, bei gutem Wetter war das richtig angenehm und machte Spaß. Der Final lag ausserhalb der Stadt und war eine geräumige Dose.

Warum betone ich das “hat Spaß gemacht” so? Der Cache wurde am 25. November 2002 gelegt (also 11 Monate, nachdem wir mit dem Hobby Geocaching angefangen hatten) - und ist damit der älteste, von uns noch nicht gefunden gewesene Cache in der Umgebung unseres Wohnortes. Aber primär ist der Cache eines: “Oldschool” - liebevoll ausgearbeiteter Text, sogar zweisprachig, interessante Orte, verbunden mit einem schönen Spaziergang - war´s das nicht, was Cachen “damals” ausmachte? Damals, als man noch 200km fuhr, um einen Cache zu finden, als es noch einen Hauch von “Abenteuer” hatte und nicht von “vor der Kneipe noch schnell 2 Dosen einsammeln”.

Nein, das wird jetzt kein “früher war alles besser”-Artikel! Natürlich freue ich mich über den einen oder anderen neuen Cache, der genau so liebevoll ausgearbeitet ist und einen an Orte führt, die man sonst vielleicht nicht gesehen hätte. Aber es nervt halt, wenn man dann in der “Homezone” neue Caches aufploppen sieht, deren Cache-Beschreibung weitgehendst frei von grammatikalischen Grundregeln gestaltet wurde, mitunter nur in Kleinbuchstaben und als Info da dann sinngemäß steht: “hier wahr noch kein cash, ich hab meinen ersten micro hier geleggt” - Danke für´s Gespräch! Wo darf ich die CD mit 74 Minuten Gelächter hinschicken?

Klar, ich bin bekennender Statistik-Cacher - ich mag FTFs, ich mag Cache-Runden mit vielen Micros, aber muss es denn immer mehr Schrott geben? Generation DSDS goes Geocaching…

Vor ein paar Tagen bin ich abends nochmal losgefahren, ein FTF in unmittelbarer Nähe der Gerbilhöhle wollte “gemacht” werden. Abends um 23 Uhr, am Wendehammer im Wohngebiet, 3m von nächsten Carport entfernt, stand ich dann mit meinem unauffälligen Kleinwagen (zum Glück hatte ich den dezenteren der beiden Jeeps dabei) und fummelte an einem Pfosten herum, der ein zusammengeknautschtes Logbuch enthielt.

Ja, ich freute mich über den FTF, aber dieser Cache war so unnötig wie´n Kropf. Wenige Tage später, gleicher Ort, ein schöner Brunnen - erster Gedanke: “Geht doch, der Cache “zeigt” uns was” - zweiter Gedanke: Da hat jemand nicht verstanden, das “Cache” was mit “Verstecken” zu tun hat. Der Cache-Behälter stand auf der Querstrebe einer Parkbank. Ja, er stand da, war nicht befestigt, nicht versteckt - jedes spielende Kind, das um die Bank herumläuft, hat die Dose direkt auf Augenhöhe. Um´s Twitter-gemäß zu formulieren: #fail!

Das waren nur zwei kurze Beispiele aus den letzten Wochen. Ich glaube, wir müssen im Frühjahr mal wieder ein paar Caches an schönen Orten machen, sonst macht das auf Dauer keinen Spaß mehr. Ein Anfang ist gemacht, 2 Tage Straßbourg stehen auf dem Programm, ein paar Caches, ein paar Waymarks, schön tafeln mit Freunden - das wird nett!

Auf jeden Fall herzlichen Glückwunsch an LilaMaus zu ihrem 1500. Cache! Auf die nächsten 1500, mein Schatz!

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PNY Tagesbericht 16.-18. März 2010

BlueGerbil | 18. März 2010 12:40
16.03.2010: 165. Kurzmeldung (22:30 Uhr MEZ)

4 Uhr. Haben 4,5 Stunden geschaufelt nur für den Ausstieg aus dem Canyon. Zwölf Tonnen Schnee umgelagert. ;-) Hang begradigt. Plackerei satt auf dem berüchtigten Zahnfleisch.

Noch ca. 60 km. Schlafen jetzt ne Mütze voll.

8 Uhr. Sonnenschein weckt uns, nur um uns in schönstem Licht den nächsten fiesen Hang vor uns zu zeigen – nein, das gibt‘s doch nicht.

Doppelt so lang wie der von gestern Nacht und genauso steil - oh man!

16.03.2010: 166. Kurzmeldung (22:50 Uhr MEZ)

Wie geil ist das denn?

Wir fuhren einfach rauf!

Dann nach ca. 1,5 km stehen wir jetzt bei Position N 65°57.574 / W 170°33.869 unterhalb einer Anhöhe schräg in einem Hang mit Kurs Nord. Es ist schönster Sonnenschein und rechts von uns öffnete sich eben zwischen zwei Bergen der wunderbare Blick auf die Beringstraße mit Radmanov Island (Big Diomende) genau in der Mitte. Der Hang in dem wir stehen fällt bis zur Beringstraße flach ab und geht direkt in Eis über. Warum biegen wir nicht einfach hier ab?

Links von uns deutliche Spuren von Wölfen. Ein Traum von Bild in einer traumhaften Landschaft.

17.03.2010: 167. Kurzmeldung (03:30 Uhr MEZ)

Haben weiteren Pass in Angriff genommen. Hängen aktuell seit drei Stunden kurz unter der Passhöhe. Schaufeln mit Sandblechen, abhängen, anhängen. Volles Programm. Dazu: F2 dreht nur noch bis 4000 1/min, F1 Motor nur noch bis 2500 1/min, danach ruckeln und absterben. Nehmen an Dreck im Tank.

Noch 40 km

17.03.2010: 168. Kurzmeldung (06:09 Uhr MEZ)

Nach insgesamt sechs Stunden haben wir eben die Passhöhe erreicht. Der Blick, der sich uns nun bietet ist gigantisch. Wir sehen in der Ferne das Ende Russlands, das Ende Asiens. Am Horizont liegen die letzten Berge vor der Beringstraße. Zum ersten Mal sehe ich also das Ende der Asienfahrt.

Hinter uns geht die Sonne unter und taucht alles in ein Meer aus rot/orangener Farbe. Laut Karte noch ca. 30 km und ein Pass.

Aktuelle Position: N 66°00.786 / W 170°26.039

17.03.2010: 169. Kurzmeldung (10:53 Uhr MEZ)

Ein Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen. Laut Wettervorhersage werden wir morgen, Donnerstag, gegen Mittag von einem Sturm getroffen. Dieser bringt auch Schnee. Kämpfen gegen die Müdigkeit. Stehen aktuell in Flussbett bei N 66°01.777 / W 170°17.780

F1 ist nach vielen Anläufen den Hang hoch. Jetzt die Trailer und F2. Können nur winchen über 100 m.

Wind setzt langsam ein. Erste Böen treffen uns schon und lassen Schnee aufwirbeln. Hoffentlich schaffen wir es und stehen nicht noch Tage im Sturm. Noch ca. 22 km.

17.03.2010: 170. Kurzmeldung (19:46 Uhr MEZ)

Mussten gestern Nacht gegen 2 Uhr stoppen. Waren stehend okay. Ich konnte die Augen kaum mehr aufhalten. Vor allem nachdem wir nach fünf Stunden winchen und schaufeln den Flussausstig geschafft hatten.

Wir vereinbarten 30 min. schlafen, dann weiter. Leider schlief die “Nachtwache”, die wach bleiben sollte selbst ein, nachdem sie (nach eigenen Angaben ;-)) x-mal versuchte mich zu wecken.

Wie auch immer… Eben (6 Uhr) wachten wir auf. Es ist …

Traumwetter und… gerade beginnt die Sonne hinter den letzten russischen Bergen aufzugehen. Als steigt sie aus dem Beringmeer.

Wir sehen das Ende des Kontinents, die Beringstraße, Eis, Radmanov Island - klasse.

Werden jetzt noch frühstücken.

17.03.2010: 171. Kurzmeldung (21:47 Uhr MEZ)

Schon etwas bizarr. Von unserer aktuellen Position aus (N 66°02.949 / W 170°08.608) können wir zum ersten Mal “das echte Gestern” sehen (little Diomede / Alaska).

Sieht aus wie heute, aber das kann ja keiner wissen. ;-)

Noch ca. 17 km.

17.03.2010: 172. Kurzmeldung (23:10 Uhr MEZ)

8.47 Uhr. Erster Sichtkontakt mit Uelen. Am Horizont sahen wir für einen kurzen Augenblick die Häuser Uelens.

Noch 14 km.

18.03.2010: 173. Kurzmeldung (00:08 Uhr MEZ)

10.45 Uhr. Doch Wettlauf auf den allerletzten Metern. Das gibt es einfach nicht. Der für die Mittagszeit angekündigte Sturm schickt Boten um Boten. Der Wind nimmt zu, Wolken werfen Schatten. Bedrohlich kommen sie von allen Seiten, scheinen uns zu umzingeln. Sie scheinen immer tiefer zu kommen, wir “drücken” uns an den Boden, versuchen drunter durch zu flutschen, nicht eingeschlossen zu werden. es sind Schneewolken. Der Blizzard erwartet uns. Vereinzelt lässt er es schon schneien. Er droht uns wie es scheint.

Position: 66°05.036 / W 170°00.475

Noch 8 km.

18.03.2010: 174. Kurzmeldung (01:26 Uhr MEZ)

12.30 Uhr. 6 km vor Uelen. Der Blizzard beginnt. Noch 40 m Sicht.

18.03.2010: 174. Kurzmeldung (05:05 Uhr MEZ)

Welch eine Begrüßung, welch eine Begrüßung. Viele kamen, lachten, freuten sich mit uns. Die Autos erhielten die Unterschriften von mindestens allen Kindern aus Uelen ;-) und vielen anderen. Direkt wurde Lavrentia informiert dass wir angekommen sind.

Unsere Unterkunft wurde auch schon gesichert. Wir haben ein kleines Zimmer in einem Haus, das einer Bekannten von Victor gehört.

Das Team wird nun ein wenig rasten, dann so bald als möglich die Reparatur der Fahrzeuge in Angriff nehmen und Vorbereitungen für die Beringstraße treffen.

18.03.2010: 175. Kurzmeldung (09:41 Uhr MEZ)

20 Uhr. Haben Trailer vor Haus geparkt, für Autos eine Box gefunden, etwas Warmes gegessen. Gehen jetzt schlafen. Für morgen haben wir schon eine Einladung in die Schule zum Vortrag. Müssen außerdem verschiedene Behördengänge erledigen, etc.

Danke an Russland

Ich zögerte bis zuletzt, ABER es sieht so aus als ob uns das Ankommen vergönnt wäre. Noch 2 km.

An diesem Tag, dem Tag an dem wir das Ende Russlands und damit das Ende Asiens erreichen werden, möchte ich zunächst einen Dank an Russland schreiben:

“Persönlich und stellvertretend für alle, die bisher dabei waren und für alle, die dabei sein werden, verbeuge ich mich heute tief vor den Menschen Russlands und ich danke der Regierung/Administration dieses Landes. Danke dass Sie alle der Expedition „Paris / New York – Transcontinental“ die Ehre zuteilwerden ließen Ihr Land so zu durchfahren und derart viele unglaubliche Erlebnisse zu sammeln. Ich werde nicht vergessen was Sie der PNY-Expedition ermöglichten. Es ist das große Herz Russlands, das eine derartige Gastfreundschaft zu geben vermag, wie ich sie sonst noch nirgends auf der Welt fand. Es ist die russische Tradition, die Kultur, die Menschen, die alle Achtung, Respekt und Ansehen verdienen.

Es ist eine besondere, eine außergewöhnlich bedeutende Kultur.”

Danke.

Matthias Jeschke

Danke an Uelen

Im Moment sind es Sprachfetzen, Wörter, halbe Sätze oder auch mal ganze Formulierungen, die mir durch den Kopf schießen.

Es ist Zeit geworden für ein paar Gedanken – heute.

Im Radio meines Wagens laufen Lieder, die mich seit Jahren begleiten. Es ist angenehm warm im Wagen, die Gedanken schweifen.

Ab und zu nur werde ich an daran erinnert wie unbedeutend die paar Millimeter Blech und Glas um uns herum sind, die - wenn die Motoren nicht laufen würden - den bis zu 75° Temperaturunterschied, den wir schon hatten nur für Minuten halten könnten.

Es gibt sicher Viele, die das was wir machen für sinnlos erachten. Es wird Menschen geben, die uns belächeln und es gibt sicher Menschen, die wir/ich verärgerte(n) während der Fahrt bis Uelen.

Das kann sein und ich möchte mich hiermit bei denen, die wir wissend oder unwissend verärgerten entschuldigen, stellvertretend und persönlich.

Ob wir bei dem anstehenden Versuch der Beringstraßenüberquerung scheitern werden oder nicht, ob man uns verteufeln wird oder nicht, ob man über uns/mich lachen wird oder nicht, eines haben wir in jedem Fall erreicht: viele Menschen lernten einander kennen, leisteten außergewöhnliches und waren Teil einer besonderen Fahrt. Diese Kontakte, Treffen, Gespräche, etc. haben Erinnerungen hinterlassen, bei jedem Einzelnen. Und wenn es nur ein ganz kleines bisschen geprägt hat, etwas ist hängen geblieben - ein Stück Verbindung der unterschiedlichsten Kulturen auf dem langen Weg an das Ende Asiens.

Es ist ein Verdienst aller Menschen ab Paris, es ist eine Fahrt Aller, die dabei waren oder mithalfen, persönlich oder in Gedanken, aktiv oder passiv. Ich hoffe jedem Einzelnen von Ihnen bisher das Gefühl der Dankbarkeit gegeben zu haben. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, so möchte ich bitten auch dies zu entschuldigen und hole das hiermit nochmals ausdrücklich nach.

Es sind kleine, große, außergewöhnliche und unglaubliche Leistungen, die die unterschiedlichsten Menschen dieser Fahrt zuteilwerden ließen.

Ich kann alle denen das Projekt bis hierher dank schuldet nicht aufzählen, es sind zu viele. Aber ich möchte stellvertretend für alle, die Außergewöhnliches beitrugen, die Geschichte eines kleinen Jungen erzählen:

Er kam in einem Dorf, das wir durchfuhren, auf mich zu. Er war dick vermummt mit seiner Mutter von irgendwo durch die Kälte gelaufen um uns zu treffen. Als er an meinem Wagen ankam, streckte er mir seine Hand entgegen und als ich richtig hinsah, sie greifen wollte um sie zu schütteln und ihm hallo zu sagen, bemerkte ich dass er mir nicht seine Hand geben, sondern ein Geschenk machen wollte. In seinem dicken Handschuh lag ein kleiner Talisman.

Er wollte mir Glück schenken.

Dieser kleine Mann, der dabei bis über beide Ohren zu strahlen schien, schenkte der Expedition und mir ein Stück Glück. Wie glücklich ich über diesen Moment war wird er evtl. nie erfahren, aber wie außergewöhnlich seine Leistung war, sollen andere wissen.

Denn aus dem Blick eines Kindes zu warten bis Fremde kommen, mit Autos, die man bestaunen oder vor denen man Angst haben kann, dann dick angezogen durch die klirrende Kälte zu stapfen, auf einen wildfremden Mann zuzugehen, ihn anzulachen und ihm, der nichts, aber auch gar nichts für ihn getan hatte zu beschenken, das ist außergewöhnlich. Er wusste nicht dass ich zwei Söhne habe, die mich viel zu lange nicht sahen und wie sehr ich jeden Tag an sie denke, sie vermisse. Er wusste nicht welche kraft ich aus seiner Handlung, die er mir zuteilwerden lies ziehen konnte um durchzuhalten, aber er hatte einen besonderen Beitrag geleistet, als ich mich zu ihm beugte und das Geschenk dankend annahm.

So bedeutend wie die Leistung dieses kleinen Jungen war, so haben viele, viele, viele, viele Erwachsene Dinge getan, die bewegten, die erfreuten, die halfen, die Brücken bauten, die verbanden, die Grenzen verschwinden ließen und Hindernisse überwanden.

Ich danke Ihnen/euch allen.

Herzlichst, Matthias Jeschke

P.S.: Aktuelle Position beider Fahrzeuge und Trailer seit 13:45 Uhr: N 66°09.017 / W 160°49.931 = 200 m vor Uelen. Uns ist nicht bekannt, dass je zuvor ein anderes Fahrzeug aus Paris kommend, aus eigener Kraft und über die Südroute - noch dazu mit Anhängern - Uelen erreichte.

Aktuelle Bilder gibt es unter http://www.facebook.com/album.php?aid=154225&id=41595873841&ref=mf

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Neue Dämpfer

BlueGerbil | 17. März 2010 09:27

Heute war “Stoßdämpfer ausmessen” an BlueGerbil angesagt, da die Hinterachse neue Dämpferaufnahmen bekommen soll. Danke an Joe für den Stapler!

BlueGerbil

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PNY Tagesbericht 15.-16. März 2010

BlueGerbil | 00:21
15.03.2010: 160. Kurzmeldung (16:03 Uhr MEZ)

Neun Stunden für 14 Kilometer - nicht schlecht.

Aktuelle Position: N 65°44.185 / W 170°53.227

Alles soweit okay. Noch 86 km.

16.03.2010: 161. Kurzmeldung (00:30 Uhr MEZ)

8 Uhr. Nach vier Stunden Schlaf, einer lauwarmen Tasse Kaffee und ein paar Keksen sind wir wieder aufgebrochen. Unser Weg (GPS-Track der Vestichotversorgungsfahrer) führt uns gerade über eine riesige Hochebene, die in der Ferne noch umrahmt ist von Hügelketten. Der Eindruck ewiger Weite, verstärkt durch gleißendes Licht, das sich durch Schnee, Dunst, Sonnenstrahlen breit macht.

Verschwindend klein, wie “ein Nichts”, kriechen wir zu viert mit unseren Gespannen durch diese Weite. Die Geschwindigkeit von ca. 2 km/h tut ihr Übriges.

An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmals besonders bei der Administration und der “JKH”, dem Kommunalservice Lavrentias, für die Hilfe und Unterstützung bedanken. Besonders die Zurverfügungstellung der beiden Arbeitsplätze in den kommunalen Garagen für die Instandsetzung unserer beiden Wagen war eine große Hilfe.

16.03.2010: 162. Kurzmeldung (00:55 Uhr MEZ)

12 Uhr. Kommen derzeit gut voran. Aktuelle Position: N 65°50.593 / W 170°50.588

In Anadyr und Providenia stürmt es und wir fahren durch den allerschönsten Sonnenschein. Die Wettervorhersage wonach der Sturm knapp über unserem Fahrgebiet vorbeiziehen soll ist gigantisch gut. Wir befinden uns derzeit mit unserem Fahrtgebiet in einem Keil eines Hochs, das sich zwischen zwei Sturmtiefs geschoben hat. Ich bin immer wieder sprachlos wie genial genau die Wetterdaten des DWD sind, mit denen wir versorgt werden und verlasse mich bei allen Entscheidungen zu 100% darauf.

Noch 70 km.

16.03.2010: 163. Kurzmeldung (05:06 Uhr MEZ)

16 Uhr. Wieder ein Lüftermotorschaden. Hat uns aufgehalten. Danach Eintritt in den schwierigsten Streckenabschnitt: ein Canyon, der schwer zu befahren ist und in den Anstieg zu einem Pass mündet. Na sauber, schaufeln seit zwei Stunden an der gleichen Stelle. Schwierig/müde.

16.03.2010: 164. Kurzmeldung (12:01 Uhr MEZ)

17 Uhr. Haben uns Meter für Meter vorgearbeitet. Aber jetzt ist absolut keine Sicht für die Fahrer mehr. Aufgrund des Lichtes, des Schnees, des Dunstes, können wir selbst mit gelben Brillen keine Konturen mehr im Schnee erkennen. Alles ist eine weißblaue Suppe. Haben uns entschlossen stehen zu bleiben und die Nacht abzuwarten. Werden jetzt ca. drei Stunden schlafen. Dann versuchen wir die Nacht durchzufahren/zu arbeiten. Wir stehen ca. 500 Meter vor dem ersten von fünf Pässen.

19:30 Uhr. Ein fürchterliches Geräusch reißt mich aus dem Schlaf. Mein Motor? Ich reiße die Tür auf. Nein, alles ok. Dann muss es von Rudi kommen. So ein Mist. Ich springe raus, stolpere schlaftrunken Richtung F2, falle, dann sehe ich zwei Lichter, die hinter F2 ankommen: ein aufgebohrtes Vestichot oder kein Auspuff dran.

Boar, man. So einen Schrecken braucht kein Mensch.

Im Endeffekt für uns aber nur sehr gut, denn a) hätten wir eh aufstehen müssen, und b) fährt das Vestichot jetzt zumindest ein paar Kilometer einen Track, bis es nach Naschken abbiegt. In dem Track können wir folgen und haben es etwas leichter. Fahren mit einem Rad rein, dann müssen wir nur noch eins graben. Wieder so eine super Fügung.

Derzeitige Position: N 65°54.331 / W 170°43.951

Alles ok.

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PNY Tagesbericht 12.-15. März 2010

BlueGerbil | 15. März 2010 14:58

14.03.2010: 157. Kurzmeldung (23:50 Uhr MEZ)

In ca. drei Stunden werden wir nach Uelen aufbrechen. Eine sehr schwierige Strecke mit vielen Schrägen und fünf Pässen liegt vor uns, außerdem eine enge Stelle mit offenem Flusswasser.
Hinter uns braut sich ein Sturm zusammen, der uns bedrängt. Eine Sturmwarnung ging bereits in der Administration ein. Wir hoffen nicht voll getroffen zu werden und in 3-4 Tagen Uelen zu erreichen.
Team wohl auf. Ab jetzt sind wir nur noch über Satellitenmail erreichbar.

15.03.2010: 158. Kurzmeldung (08:01 Uhr MEZ)

Sind eben aufgebrochen. Fahren in die Dunkelheit. Hatten noch Probleme mit Trailer von F2 und die neue Servopumpe am F1 ist auch wieder kaputt gewesen. Zum Glück hatten wir noch eine. Jetzt darf keine mehr kaputt gehen.
Noch 100 km bis zum östlichsten Punkt Asiens.

15.03.2010: 159. Kurzmeldung (13:36 Uhr MEZ)

Aufbruch war 18.30 Uhr.
Haben auf Empfehlung von Vestichotfahrern aus Lavrentia soeben die große Bucht von Lavrentia - klar auf Eis - in weitem Westbogen überquert. Gesamtstrecke auf Eis: 8 km. Bis auf einige Risse, die wir aber problemlos überfahren konnten, kein Problem. Dann jedoch schwierige Anlandung an Küste mit 800 m Steilanstieg.
Sensationell wie sich die Wrangler MT/R in den Schnee bissen.

Sind jetzt auf Position N 65°39.811 / W 170°53.617
Noch ca. 92 km bis nach Uelen.

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Whibbit - ein neues Groundspeak Projekt

BlueGerbil | 14. März 2010 11:09

Jeremy, Gründer von Groundspeak, dem Betreiber von GeoCaching.com, hat ein neues Projekt am Start: Whibbit.

Whibbit wird eine Social-Media-Anwendung werden, die es erlaubt, den eigenen Standort anzugeben, Fragen zu stellen und diese von anderen Anwendern in der Nähe beantwortet zu bekommen. Also eine Location-Based-Spontan-Wikipedia mit Twitter, Facebook und FourSquare-Integration :-)

Interessant daran auch die Aussage von Jeremy: “For the geocachers, we’re using this as a testbed for social networking integration for Geocaching.com as well. We’ll have more Facebook and Twitter integration with Geocaching.com in the near future.”

Das läßt hoffen, das die Geocaching-Seite ein paar nette Social-Media-2.0-Features bekommt. Das würde uns twitternden, reisenden Geocachern mit Facebook-Account doch sehr entgegenkommen. Wahrscheinlich komme ich dann um ein Smartphone doch nicht herum. :-)

Whibbit - und der Gerbil ist auch schon da…

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PNY Tagesbericht 9.-12. März 2010

BlueGerbil | 12. März 2010 07:57

09.03.2010: 154. Kurzmeldung (02:19 Uhr MEZ)

Wir fahren jetzt in die Stadt. Von hier aus sind es noch 80 km Luftlinie bis Uelen.
Wir werden jetzt erstmal 2-3 Tage Autos instand setzen und dann versuchen am Ende der Woche aufzubrechen.

10.03.2010: 155. Kurzmeldung (20:16 Uhr MEZ)

Es war ein sehr freundlicher Empfang, den wir hier in Lavrentia erlebten. Der Chef der Administration empfing uns unmittelbar nachdem wir in die Stadt eingefahren waren. Alles wurde sofort für uns organisiert, eine kleine Wohnung mit Küche, eine warme Box in der wir die Autos reparieren können (und einen Teil heute auch schon erledigten wie z.B. Vorderachsen schweißen, Räder umbauen, Batterie wechseln, alles kontrollieren, etc.).

Wirklich klasse. Eine sehr herzliche Aufnahme in dieser besonderen Stadt am Ende Tschukotkas. Morgen sind wir eingeladen einen kleinen Vortrag im Kulturcenter der Stadt zu halten.

Derzeit planen wir am Wochenende nach Uelen aufzubrechen.

12.03.2010: 156. Kurzmeldung (05:59 Uhr MEZ)

Heute besuchten wir auf Einladung noch die Schule hier und sprachen mit ca. 80 Kindern, die unseren kleinen Vortrag besuchten. Im Anschluss lud man uns noch zu vorzüglichem Essen in der Schulaula ein.
Langsam gehen auch die Vorbereitungen für die Absicherung der Beringstraßenüberquerung in die entscheidende Phase. Wir prüfen, vervollständigen gerade das Notfallequipment. An den Wagen müssen wir nun noch die Tanks aus-/einbauen, um die Kraftstoffpumpen zu reinigen, die Radlager der Trailer kontrollieren/einstellen, volltanken, einkaufen und dann versuchen wir am Sonntagvormittag aufzubrechen.

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Ein schneller FTF…

BlueGerbil | 11. März 2010 23:55

…am Abend ist erquickend und labend - oder sollte es zumindest sein. Immerhin ein FTF war´s beim neuen Geocache Am Gockert - aber von “erquickend” konnte nicht die Rede sein. Ein Wendehammer im Wohngebiet, der Cache keine 3 Meter vom Carport eines Anwohners entfernt, ich rollte Punkt 23 Uhr dort an, zum Glück mit dem leiseren und dezenteren Jeep, aber es hatte trotzdem was von “Präsentierteller”. Anyway, gefunden, geloggt, heim - wieder ein sinn- und liebloser Cache abgehakt und die eigene FTF-Liste gefüttert.

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PNY Tagesbericht 8. März 2010

BlueGerbil | 8. März 2010 18:47

08.03.2010: 152. Kurzmeldung (06:56 Uhr MEZ)

8 Uhr. Sind aufgebrochen. 15 km auf Eis und einer Landzunge liegen zwischen uns und Lorino. Hoffen wir dass wir es heute schaffen.

16.30 Uhr. Nach 11 Tagen in Schnee und Eis, auf einer Gesamtstrecke, die nach unseren Informationen noch niemals zuvor von Autos und dazu noch mit Trailern und aus eigenem Antrieb zurückgelegt wurde, vier Mann auf sich alleine gestellt, erreichten wir soeben Lorino. Da uns das viele nicht zutrauten, sind wir schon ein bisschen mehr als zufrieden.

17.30 Uhr. Nach einem herzlichen Empfang mit jeder Menge Kindern, nach der Registration und Kontrolle der Papiere, brechen wir jetzt wieder auf nach Lavrentia. 43 km.

08.03.2010: 153. Kurzmeldung (12:56 Uhr MEZ)

24 Uhr. Wir haben den Randbezirk von Lavrentia erreicht. Aktuell stehen wir drei Kilometer vor der Stadt auf einer Anhöhe (aktuelle Position: N 65°35.577 / W 171°04.660) und haben uns entschieden hier zu übernachten, morgen früh erst in die Stadt zu fahren.

An dieser Stelle noch ein Dank an Valeriy, ein super Typ. Ein Mann, der sich nichts daraus machte dass Andere ihn für verrückt erklärten als er sich entschied die Expedition zu begleiten.

Danke dass du eingesprungen bist. Wir sind sehr gerne mit dir unterwegs gewesen, du warst ein guter Kamerad, hart im nehmen und sehr zuverlässig. Danke für deine fröhlich Art und deine gute Laune! Valeriy wird nun nach Providenia zurückkehren und Konstantin Savva wird anstelle seiner das Team komplettieren. Damit bleibt es bei der hälftigen Aufteilung Russland/Deutschland im Team.

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Geocaching - ein rein subjektiver Versuch einer Positionsbestimmung…

BlueGerbil | 15:30

Das es thematisch von Geocaching zu GPS und damit zur Positionsbestimmung nicht weit ist, ist offensichtlich. Aber auch im übertragenen Sinne kann man Positionen bestimmen und Routen planen…

Gerade wurde der 1000000. Geocache auf GEOCACHING.COM gelistet, der zehnte Geburtstag dieses Hobbies steht uns in zwei Monaten bevor (3. Mai, Infos zur Geschichte des Geocaching gibt´s hier) und auch bei uns erwacht langsam wieder der Wille, der Cache-Starre des Winters neue Taten folgen zu lassen.

Seit dem 25. Dezember 2001 sind wir nun dabei, also etwas mehr als 8 Jahre jagen wir die großen und kleinen Dosen zwischen Nordkap und Dubai, zwischen Fuerteventura und Ungarn. Unser erster gefundener Cache (ein FTF übrigens), GC2C62, erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit, einige der “alten” Schätzchen sind nach wie vor aktiv und werden fleißig gefunden. Unser ältester gefundener Cache war übrigens GC40.

Alles in Butter also? Mitnichten, leider. Ich falle jetzt nicht in das häufig zu lesende Gejammer ein, das “früher alles besser war” - das war es subjektiv gesehen zwar, aber das hilft aktuell auch nicht weiter. Es fällt mir schwer, mich über lieblose Leitplankenmicros zu beklagen, wenn ich genau diese zum Auffüllen der eigenen Statistik, für den schnellen Cache auf der abendlichen Heimfahrt so häufig suche. Es fällt mir schwer, mich über unzugängliche T5-Klettercaches zu beklagen, es ist vielmehr ein Ansporn, die Abnehmerei zu forcieren und ansatzweise zu alter Form zurückzufinden. Rätselcache, die Cache-Plage des neuen Jahrzehnts? Eigentlich auch halb so wild, meine Frau liebt die Teile, das ist eine wunderbare Arbeitsteilung.

Vielmehr gehen mir die “Kleinigkeiten” auf die Nerven. Das fängt an mit dem endlosen Gewinsel mancher Cacher-Kollegen im GeoClub, sinnfreie und schädliche Abstimmungstools, Cacher, die ihre Schulden erst nach Wochen zahlen, die Anti-Kommerz-und-Anti-Groundspeak-Bigotterie diverser Cacherkollegen, die ihre eigenen, spendenfinanzierten “Alternativ-Plattformen” trotz der Unterstützung irgendwelcher obskuren Wanderverbände nicht ans Laufen bekommen und mit gelungener 1998-Optik der Website und inhaltlicher Leere außer viel Geklapper nichts erreichen uvm.

Wer mich kennt, weiß, das mir so was eigentlich am dicken Fell vorbeigeht bzw. an diesem abperlt. Genau so ist es! Es nervt zwar, aber davon werde ich bzw. wir uns nicht den Spaß am Cachen verderben lassen. Nennen wir es verspäteten guten Vorsatz zum neuen Cache-Jahr oder ein klares “Ja zum Weitercachen” - auch wenn sich diese Frage eigentlich nie stellte.

Was sich sicherlich ändern wird: Mehr “Qualitätscaches”, mehr körperlich anspruchsvolle Caches, die eine oder andere Idee für Cache-Aktionen haben wir ja schon (Projekt “Alle Neune” z.B.), aber auch endlich mal “100 Caches am Tag” in die Tat umsetzen - und natürlich gibt es “neue” Länder zu entdecken, für 2010 steht Liechtenstein und Monaco auf dem Programm, Korsika soll im Rahmen unseres Sommerurlaubs “becacht” werden und auch die Alpentour 2010 wird wieder unter dem Motto “Hochalpiner Dreikampf - Jeepen, Cachen, Schlemmen” stehen. Es bleibt also spannend! Und es geht auch sehr gut ohne Verbände, Neinsager und Bedenkenträger. In diesem Sinne: Weitermachen, Gas geben, es gibt noch viel zu entdecken!

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PNY Tagesbericht 5.-7. März 2010

BlueGerbil | 7. März 2010 12:42

Mehr neue Fotos auf http://bit.ly/auCc7D

05.03.2010: 141. Kurzmeldung (01:46 Uhr MEZ)

7 Uhr. Der Sturm hat für kurze Zeit etwas nachgelassen. Das gab uns die Möglichkeit in fünf Stunden den Lüfter von F2 zu reparieren. Wir müssen F2 noch besser mit Schnee zu schützen, einen Toilettenschutz bauen (Iglustyle), auch um unter zumindest erträglicheren Bedingungen nachtanken zu können, wenngleich es immer noch heftig ist. Wir haben die Standsituation aber verbessern können.

Ein Aufbrechen ist jedoch nach wie vor nicht möglich. Die Sicht liegt bei unter zehn Metern.

Das Team ist wohl auf, die Stimmung gut, die russisch-deutsche Freundschaft sehr stark, ausgezeichnete Kameradschaft. Die Motoren laufen. Position unverändert.

05.03.2010: 142. Kurzmeldung (20:46 Uhr MEZ)

6 Uhr. Nach der dritten Nacht am dritten Tag hat der Sturm heute Morgen nachgelassen. Es ist weniger Schnee in der Luft. Die Sicht beträgt ca. 50-60 m.

Wir werden beginnen die Autos auszugraben, die Achsen und Getriebe mit dem Webasto-Heißluftstrahl aufzutauen (das Öl ist gefroren, so können wir nicht los). Das wird ca. acht Stunden dauern. Danach - sollte das Wetter so bleiben - versuchen wir hier wegzukommen.[/quote]

06.03.2010: 143. Kurzmeldung (01:29 Uhr MEZ)

11 Uhr. Wir haben F1 ausgegraben und versuchen eine Spur zu machen. Die Brennerlampe geht nicht. Der Sturm bläst auch den Webastostrahl weg, den wir versuchten auf die Achsen zu lenken. Also können wir das Öl nicht erwärmen – wir müssen es so versuchen.

Die Sicht ist bisher stabil bei ca. 50 m. Hoffentlich schaffen wir den “Ausbruch”

14 Uhr. Wir sind gestartet.

06.03.2010: 144. Kurzmeldung (05:46 Uhr MEZ)

Der Ausbruch ist geglückt. Wir arbeiten uns Meter für Meter vorwärts. Soeben haben wir zwei schwierige Eispassagen geschafft und damit eine sehr schmale Landzunge erreicht.

Aktuelle Position: N 65°13.176 / W 172°12.393

06.03.2010: 145. Kurzmeldung (09:39 Uhr MEZ)

20.30 Uhr. Gerade haben wir nach einer schwierigen Schrägfahrt und einem Anstieg mit vielen Schneeverwehungen vom Ufer zur Strandpromenade, eine Pause gemacht. Wir haben einen warmen Kaffee getrunken und etwas gegessen.

Draußen stürmt es wieder wie verrückt und wir drehen auch auf, aber diesmal die Musik. Nach den letzten Tagen der Gefangenschaft und dem heutigen Ausbruch freuen wir uns einfach mal. Wir drehen also die Musikboxen auf bis zum Anschlag und schicken uns ein Lied nach dem anderen über Funk.

Dank Christoph hat Rudi einen schier unendlichen Vorrat an Songs aller Richtungen und ich habe auf der Festplatte von F1 genügend Songs um Hitparade zu machen. Na ja, muss halt auch mal sein.

Geil auf jeden Fall dass wir aus dem Schneelager raus sind. Mal sehen ob wir den Pass, der vor uns liegt schaffen.

Vor ca. 3 km hatten wir bei einem Stopp noch festgestellt dass das vordere obere Achslager an F2 ausgebrochen ist, der Langarm rumschlackert. Na ja, wie immer müssen Gurte und Kupferdraht her, eine Portion Kraft zweier Männer, etwas Glück, ein Windschutz, eine Stunde Zeit und das Ding ist so gut wie geschweißt - halt nur mit Stoff. Mal sehen wie lange es hält.

Das Team ist wohl auf. Unsere aktuelle Position: N 65°15.710 / W 172°12.030

06.03.2010: 146. Kurzmeldung (13:15 Uhr MEZ)

23 Uhr. Stark: Bei Schneetreiben, Wind, in der Nacht und teilweise null Sicht haben wir die Passhöhe bei N 65°17.119 / W 172°13.385 erreicht.

06.03.2010: 147. Kurzmeldung (23:56 Uhr MEZ)

Wir bleiben nun stehen um ein bisschen zu schlafen.

Aktuelle Position: N 65°20.164 / W 172°12.642

07.03.2010: 148. Kurzmeldung (01:33 Uhr MEZ)

9 Uhr. Das Wetter ist besser. Die Sicht beträgt ca. 60-80 m, weniger Wind, weniger Schnee.

Nachdem wir nun mehrere Stunden geschlafen haben, werden wir nun weiterfahren.

Unsere Position: N 65°20.891 / W 172°12.383

Haben eben zwei Jäger mit einem russischen Snowmobil getroffen, die auf einem angehängten Schlitten ein Jagdboot aus Walrosshaut hatten. Genial, aber krass dass sie damit wirklich ins Wasser gehen. Die Person muss einigermaßen leicht sein, die Paddel sind kaum 10 cm breit. Interessant wie sie da noch Robben reinholen wollen.

12.30 Uhr. Wir nähern uns weiter Lorino. Heftige Schneewehen erschweren das Vorwärtskommen erheblich. Immer wieder müssen wir den Trailer von F1 abhängen, mit F1 und Sandblechen einen Weg machen, alles wieder verladen, anhängen, und weiter.

Aktuelle Position: N 65°23.002 / W 172°11.084

07.03.2010: 149. Kurzmeldung (05:01 Uhr MEZ)

Eben haben wir eine Fischerschutzhütte bei N 65°24.934 / W 172°09.521 erreicht. Dort trafen wir auf zwei Jägertrupps aus Lorina, die Seehunde jagten. Herzliche Begrüßung. Wir haben jetzt noch ca. 25 km nach Lorino. Jetzt rasten wir kurz, dann nachtanken, dann kämpfen wir uns weiter.

07.03.2010: 150. Kurzmeldung (07:26 Uhr MEZ)

18 Uhr. Wir haben einen spirituellen Platz der Tschuktschen bei N 65°27.359 / W 172°06.597 erreicht. An diesem Platz auf der schmalen Landzunge, auf der wir gerade fahren, ragen Walknochen meterhoch in die Höhe.

Aufgestellt als spirituelles Mahnmal und Gedenkmal. Hier bringt man Opfer wie Victor mir erklärt. So auch wir. Als Vertreter für uns alle ging Victor mit gutem Essen - Lieblingsschokolade, Brot, etc. - um die Knochen und warf/legte den Göttern diese Speisen zur Besänftigung zum Essen vor. Ob es hilft sehen wir. Als Victor wieder ins Auto steigt und einen Moment sitzt, fällt sein Messer, das er fest vor sich ins Armaturenbrett gesteckt hat in den Fußraum. Eigentlich geht das nicht.

Auch nicht wenn man daran zieht und er hatte es zuvor auch nicht berührt. Komisch. Es ist das erste Mal dass es fällt und er meint es ist ein Zeichen, die Götter haben uns gesehen und okay gesagt.

Nun steigt auch Rudi aus, will den Ort selbst besuchen. Eine ganze Zeit steht/verharrt er mit dem Rücken zu uns, sieht in die Ferne.

Vielleicht ist dies wirklich ein magischer Ort.

Mittlerweile ist es dunkel geworden. Keiner spricht ein Wort. Weder im Auto, noch über Funk. Jeder geht seinen eigenen Gedanken nach und irgendwie ist es als stünde die Expedition auch in den Köpfen für einen Moment lang still.

Ich werde hier ein wenig schlafen.

07.03.2010: 151. Kurzmeldung (09:00 Uhr MEZ)

Nach ermüdendem ungefähr 40 Mal Trailer ab-/anhängen, Spur machen, zurückfahren, etc. auf den letzten 5 km haben wir nun den äußersten Zipfel einer Landzunge bei N 65°29.027 / W 172°04.992 erreicht. Damit sind wir nun ca. 15 km vor Lorino. Wir müssen nun ca. 1-3 km über Meereis fahren um auf die andere Landzunge zu kommen. Das hängt jedoch von der Eissituation ab. Bei Nacht gehen wir das jetzt nicht mehr an. Wir warten Tageslicht ab.

Team okay, Kraftstoffreserven okay. F1 Motor stottert wegen Kraftstoffzufuhrproblemen, bei nächster Gelegenheit muss die Benzinpumpe gereinigt werden. Außerdem haben wir heute eine überhitzte Servolenkung gehabt, Luft im System. Das muss in dem Zug, wenn die Achse am F2 geschweißt wird mit repariert werden.

Wir legen uns jetzt schlafen. Es war ein harter Tag.

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