Archive for the 'Extrem Events' category
PNY Tagesbericht 12.-13. April 2010
BlueGerbil | 13. April 2010 13:4512.04.2010: 186. Kurzmeldung (06:41 Uhr MEZ)Warten, warten, warten. Zum Warten verdammt.
Haben derzeit extrem schlechtes Wetter.
Es stürmt und schneit draußen seit Tagen als ob Frau Holle stinksauer ist und ein Tief jagt das Andere. Mittlerweile meterhohe Verwehungen an den Häusern und zwischen den Containern, die hier überall stehen. Die Temperaturen sind zwischenzeitlich auf um null Grad gestiegen, alles ist nass.
Die Autos sind zwar bis auf die Montage der Pontons und Hydraulik fertig, an Aufbruch ist aber nicht zu denken. Keiner kommt rein oder raus, hin oder weg. Die Stürme haben Tschukotka fest im Griff. Noch nicht mal die russischen Vestichots (Kettenfahrzeuge) fahren.
Mittlerweile können auch die beiden Wassertrucks, die Uelen aus einer rund vier Kilometer entfernten Quelle mit frischem Trinkwasser versorgen, wegen des meterhohen Schnees nicht mehr zu dieser vordringen. Gestern wurde daraufhin das Brauchwasser (Wasserhahn Küche, Heizung, etc.) auf Salzwasser umgestellt. Die Trucks können nun nur noch einige hundert Meter auf die gefrorene Lagune rausfahren und holen durch ein Bohrloch Salzwasser für das Heizkraftwerk.
Die Tage der hier wartenden - mittlerweile dezimierten - kleinen Mannschaft sind geprägt von Disziplin. Sie ist das oberste Gebot und sichert uns ab. Rudi und ich halten uns mit eiserner Strenge daran, als Garant um trotz aller Eindrücke hier durchzuhalten. Das ändert aber nicht, dass um uns herum Dinge passieren, die wir nicht beeinflussen können. So haben wir uns mittlerweile wieder von einem Teammitglied trennen müssen. Wenn ich eines Tages das Buch schreiben werde, kann ich vielleicht noch besser erzählen was sich zutrug, was uns wiederfuhr, was belastete, welche Härten wir hier sahen und erlebten, wie sich scheinbar fügte was sich fügen soll - oder eben auch nicht.
12.04.2010: 187. Kurzmeldung (12:15 Uhr MEZ)
Durch den starken Südsturm ist das Eis von der Küste Uelens und rund um das Cap nach dem Bruch nun ca. 1-2 km abgetrieben worden. Bedrohlich liegt es “vor Anker”, scheint uns zu beobachten wie wir es. Dreht der Wind und kommt aus Nord, ist die Rinne binnen Stunden wieder zu.
In der Rinne tummeln sich derzeit hunderte von Möwen und Enten. Keine Ahnung wo sich die alle versteckt hatten, denn gesehen haben wir außer Hunden und erlegten Seehunden hier die ganze Zeit nur ein paar Raben.
13.04.2010: 188. Kurzmeldung (12:03 Uhr MEZ)
Gestern Abend war für einen ganz kurzen Moment Ruhe im Sturm.
Als gegen 20 Uhr der Wind fast schlagartig nachließ, die Wolken aufrissen, das Restlicht des Tages die Wasserrinne beleuchtete, war es täuschend angenehm. Das Wasser plätscherte, die Enten und Möwen schwammen. In der Nacht und heute Morgen dann wieder peitschender, eiskalter Nordwind. Die Rinne gibt es nicht mehr. Alles Eis. Das Wasser mit rund 35 Gramm Salz pro Liter fror in 12 Stunden wieder zu. Eis aus dem Norden drückt gewaltig nach.
An der Stelle wo gestern noch die Abrisskante war, saßen heute Morgen ca. zehn Jäger mit Gewehren im Anschlag und warteten darauf dass ein Seehund seine Nase durch ein Atemloch bzw. das berstende Eis nach draußen streckt. Volle Deckung bitte.
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PNY Tagesbericht 6.-9. April
BlueGerbil | 9. April 2010 19:5006.04.2010: 184. Kurzmeldung (12:34 Uhr MEZ)Tohatsu-Motor Nr. 2 läuft auch und der Umbau der Autos in der kleinen Garage geht weiter voran.
Allerdings gibt es Faktoren, die uns derzeit den Start zur Überquerung der Beringstraße nicht erlauben. Zum Einen müssen wir auf die Abfertigung durch den russischen Grenz- und Zolldienst warten, zum Anderen ist die Wetterlage derzeit alles andere als optimal.
Ein Sturm/Tief jagt das nächste. Heftige Winde aus Norden sorgen zwar für eine derzeit starke Eiskonzentration in der Beringstraße, lassen aber durch die Gesamtwetterlage keinen Aufbruch zu.
Wir warten.
09.04.2010: 185. Kurzmeldung (11:51 Uhr MEZ)
Also wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen das Bermuda ist da. Langsam wird es auch hier unheimlich.
Erst müssen wir Victor nach Moskau senden, wo er nur knapp den Terroranschlägen entgeht, dann ereignet sich gestern Morgen in geringer Entfernung zu uns ein Erdbeben (bei N 65.3 / W 170.7).
Wir kennen die Zusammenhänge noch nicht genau, aber die seismische Welle des Erdstoßes, der mit 4,7 gemessen wurde, scheint mit dafür verantwortlich zu sein, dass das Eis an der Küste Uelens in den Morgenstunden auf ganzer Länge abgerissen ist. “Ja leck mich am Ärmel!”
Um uns das besser anzusehen, haben wir heute eine ca. 10 km lange Wanderung entlang des Risses bis kurz vor “die drei Brüder” (eine Felsformation vor dem Cap) gemacht. Interesssant.
Dabei trafen wir auch auf einheimische Jäger, die das Abreißen des Eises zum Jagen und Fischen nutzen.
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PNY Tagesbericht 31.März-2. April 2010
BlueGerbil | 3. April 2010 19:4731.03.2010: 180. Kurzmeldung (21:11 Uhr MEZ)
Uelen ist sicher anders als andere Ortschaften die wir bisher besuchten/durchfuhren. Hier scheint die Zeit, die Sprache, die Gewohnheit, das Leben andere Wege zu gehen. Das Leben, das sich hier sprichwörtlich auf der Straße abspielt …
Drei Einladungen wurden uns ausgesprochen, drei Besuche bei Menschen/Familien in Uelen wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, drei Erlebnisse mit Eindrücken, die auch nachdenklich machen können.Ansonsten vergehen die Tage mit den Arbeiten an den Wagen. Wir erleichtern die Autos wo es nur geht, bauen die Tankanlage um, ändern die Dachträger, öffnen die Dächer für den Notausstieg, bauen die Außenbordmotoren an, sortieren die Bauteile des Hebesystems, bereiten die Hydraulik vor, setzten die Schäden instand, die wir uns von Lavrentia bis Uelen eingefahren haben, usw.
Mittlerweile hat auch der Sturm, der eisigen Nordwind und gefühlte Temperaturen um -40°C brachte wieder nachgelassen. Dieser hatte Uelen seit einigen Tagen fest im Griff und riss an allem was nicht Niet- und Nagelfest war. Zumindest können wir uns nun auch wieder ohne Mütze und Jacke in unserer Wohnung aufhalten und ein paar Zentimeter der Fensterscheiben sind auch wieder aufgetaut nachdem Abertausende von Eiskristallen den Blick verwehrten.
Anbei ein paar Bilder des Umbaus und der Werkstatt, die unmittelbar auf den Strand gebaut wurde. Liegen wir unter den Autos, liegen wir sozusagen am/auf dem Strand von Uelen.
Die anderen Bilder zeigen tschuktschisches Essen und Schnitzkunst.
01.04.2010: 181. Kurzmeldung (01:37 Uhr MEZ)
Wie ungewöhnlich.
Ich gab Victor den Auftrag am zurückliegenden Sonntag, nachts den Zug von außerhalb nach Moskau zu benutzen anstatt Montagmorgen. Er traf in Moskau Stadt am Montagmorgen um ca. 7 Uhr ein und musste dann auf dem Weg zu einem Treffen mit der Deutschen Botschaft die Untergrundlinie nehmen auf deren Strecke nur rund eine Stunde später eine Bombe explodierte.
Wir hörten über mein Office zeitnah von den Terroranschlägen und waren sehr besorgt. Zumal wir zu dem Zeitpunkt keinen telefonischen Kontakt zu Victor aufbauen konnten. Dass sein Handy nur an der Pforte der Deutschen Botschaft lag erfuhren wird erst später. Alles gut - die Schutzengel und guten Geister fliegen anscheinend derzeit im Nonstop-Betrieb um ihn herum.
Wie positiv.
Heute Morgen dann ein klasse Start in den Tag. Zunächst traf eine außergewöhnlich gute Nachricht einer Behörde aus den USA ein, dann teilte Victor mir telefonisch mit auch in Moskau sei alles mit der US-Botschaft geregelt und dann erreichte uns - quasi als besondere Krönung - das Schreiben mit der offiziellen “Ausreisegenehmigung” der PNY-Expedition seitens der russischen Administration für den “Nichtgrenzpunkt” Uelen.
Wir wissen dieses Entgegenkommen sehr zu schätzen und bedanken uns dafür auch auf diesem Weg bei den beteiligten Personen, Ministerien und Behörden.
01.04.2010: 182. Kurzmeldung (10:14 Uhr MEZ)
Wie nervend. Warum sollte ein Tag auch ausnahmslos gut sein?
Manche Agreements scheinen nicht viel wert zu sein. So hat uns heute Mittag die Dame, von der wir die Wohnung angemietet haben, angerufen und uns mitgeteilt - nachdem wir zusätzlich zur vereinbarten Zahlung die ganze Wohnung gereinigt, die Wasserleitung der Küche repariert und die Toilette auf Vordermann gebracht haben - dass die Wohnung nun bitte wieder geräumt werden muss. Ja spinnt die Tante denn? Wir haben eine Vereinbarung für einen Monat. Man geht mir so was auf die Nerven.
Da sollen wir wohl ein bisschen ausgenutzt werden. Besonders weil sie uns - nachdem ich mich wieder aufregen durfte - am Telefon offerierte für eine Verdreifachung der Summe gerne in der Wohnung bleiben zu dürfen.
Wie auch immer. Wir werden die Wohnung nicht vor Ablauf der Vereinbarung räumen und erwarten - zum ersten Mal in Russland - Ärger. Hoffentlich gibt es ein paar Leute die ihr hier in Uelen oder in St. Petersburg wo sie lebt klar machen, dass das so nicht geht.
Die gute Nachricht:
Nach 1,5 Jahren ungeschütztem liegenden, stehenden, rüttelschüttel-Staub-und-Kälte Transports auf Anhängern, x-maligem Umlagern, Schnee und Eis, haben wir den ersten Tohatsu Außenbordmotor heute fertig angeschlossen und gestartet. Beim zweiten Mal Schlüssel umdrehen lief er. Einfach genial. Hoffen wir mal Nr. 2 macht morgen das Gleiche.
02.04.2010: 183. Kurzmeldung (11:47 Uhr MEZ)
Gestern Abend waren wir als Zuschauer bei den Tanzproben der Eskimotanzgruppe dabei und konnten uns über einen kleinen mongoloiden Jungen freuen, der in den zwei Stunden Tanz unglaublich viel lernte.
Die üble Situation mit der Vermieterin hatte sich tagsüber zunächst insofern regeln lassen, dass wir bis Ablauf des vereinbarten Monats zum vereinbarten Satz in der Wohnung bleiben. War ‘ne harte Nuss und Nerven hat es auch gekostet, aber na ja.
Heute dann das nächste Problem. Das GPS Spot Notsystem funktioniert nicht und die netten Leute der Herstellerfirma sind nicht in der Lage oder willens einen Rückruf durchzuführen, geschweige denn die Sache zu lösen. Man (die Expedition) hatte ja nur vor sich im Falle einer notwendigen Rettungsaktion darauf zu verlassen. Bin gespannt wie die das hinbringen wollen - ist auf jeden Fall unnötig wie ein Kropf wenn so ein Zeug nicht richtig geht und noch dazu dass man wegen dieser Typen, die sich nicht wie vereinbart melden, den ganzen Tag in der Wohnung rumsitzt, als hätte man nichts anderes zu tun.
Rudi hat die Zeit heute wenigstens genutzt und mit der Video-/Fotoausrüstung das örtliche Heizkraftwerk besucht. Er ließ sich erklären wie das hier funktioniert und durfte Einblick in Technik nehmen, die vieles hier am Leben hält. Es sind sehr nette Männer dort, die uns jederzeit willkommen heißen. Besonders Slava, der 70-jährige Chefheizer, der aussieht wie 55-60 und Muskeln hat wie ein 40-jähriger Fitnesstrainer ist aufgeschlossen. Das ein oder andere Mal schon saßen wir zusammen, tranken einen Tee, hören seine Geschichte, manchmal fällt auch lange kein Wort und jeder denkt den jeweils eigenen Teil.
Es ist eine eigene, spezielle Lebenssituation hier, auf dem rund zwei Häuserreihen schmalen Landstück zwischen Beringstraße und Lagune, auf der sich Uelen befindet. Die Menschen passen sich an und leben wie die Natur die Weichen stellt.
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PNY Tagesbericht 26. März 2010
BlueGerbil | 27. März 2010 08:3926.03.2010: 178. Kurzmeldung (05:08 Uhr MEZ)
Gute Tage sehen anders aus.
Unerwartet mussten wir vorgestern unsere Unterkunft verlassen, weil die Person, bei der wir bisher wohnten, einen ankommenden aber dann doch nicht stattgefundenen Helikopterflug zur Mitreise benutzten wollte. Wir hatten nur wenige Stunden Zeit eine neue Bleibe zu finden und liefen entsprechend unruhig die Straße auf und ab, sprachen Leute an, fragten die Administration, die Wetterstation, etc. Schlussendlich schafften wir es, eine kleine, leer stehende Wohnung zu finden. Sie ist nun - nachdem wir diese in einer Hauruckaktion umräumten und von Grund auf reinigten - unsere neue Wohnung. Dann hieß es noch in der Nacht umziehen. Alles Equipment, Werkzeug, Kleidung, Schlafsäcke, Schuhe, die gesamte Rettungsausrüstung, etc. - na eben alles. Zuerst trugen wir so viel wie möglich jeder nehmen konnte und liefen an das andere Ende Uelens. Dann kam der Fahrer eines russischen Burans mit Schlittenanhänger und bot an zu helfen. Dann kamen Kinder und zum Schluss waren wir umringt von Personen, die die Sachen auf dem Schlitten hielten, begleiteten, trugen, kommentierten, halfen, etc.
In jedem Fall brachte der Umzug mehr Ruhe für das Team. Jeder hat nun einen Schlafbereich oder so ähnlich. Wir haben einen Tisch und ein Keramikteil, das mal eine Toilettenschüssel werden sollte mit Brausespülung. Na ja, wenigstens kein Toilettenwasser schleppen.
Dafür Frischwasser, das draußen angeliefert wird und welches wir dann mit Eimern in die Wohnung tragen.
Viel viel mehr aber als diese kleine Geschichte ärgern mich Vorgänge in Zusammenhang z.B. mit der US-Botschaft in Moskau. Da kannst du schier einen Flash bekommen, ob derer Haltung und Gebaren. Gestern war dahingehend wieder ein ganz besch***ner Tag. Nachdem wir einen netten Brief im Auftrag eines amerikanischen Supervisors erhielten, mussten wir sehr schnell handeln.
Die US-Botschaft in Moskau z.B. hat - offensichtlich ohne dass sie ansatzweise begreift um was es geht, geschweige denn Briefe richtig lesen kann - Victor Burstein, den Verdientesten von allen Helfern, ohne den die Expedition mit amerikanischen Wagen NIEMALS Uelen erreicht hätte, nach Moskau beordert um Papiere zu klären. Die Typen haben gestern doch tatsächlich einen Beweis gefordert, dass die Expedition existiert. Da glaubst du nicht dass es sowas gibt. Zuerst habe ich mich tierisch aufgeregt, dann gelacht. Es scheint mir ein Höhepunkt absolut geistiger Armut.
Victor ist also derzeit auf dem Weg von Uelen!! nach Moskau, weil die amerikanische Botschaft ja schließlich AMERIKA ist. Und dass es sich bei den Fahrzeugen um amerikanische handelt interessiert dort eh niemand.
Komisch nur, dass wir auf der anderen Seite mehr und mehr Anfragen amerikanischer Magazine und Newspaper erhalten, die die historische Leistung der Expedition mit den “so tollen amerikanischen Wagen” publizieren und beschreiben wollen. Ich antworte aber nicht, weil sich mir der Magen bei dem Gedanken umdreht, wie wir von einem amerikanischen Partner im Stich gelassen wurden, wie wir trotzdem durchhielten, wie Victor nun nach Moskau kriechen darf, usw. I think it`s a shame.
So stehen wir hier, 100 km vor Amerika und warten.
Derweil bereiten wir uns und die Wagen vor und haben in der Heizfabrik wieder mal duschen können (wobei ich verwundert war dass Rudi schon wieder duschen wollte. Er hatte vor ein paar Tagen erst das Vergnügen ;-)).
Ach ja: Für deftige Worte entschuldige ich mich bei denen, die es nicht betrifft. Wer will legt einfach ein “Biep” drüber. Und sollte sich jemand auf den Schlips getreten fühlen ob meiner Schreibweise, wird es wohl der bekannte “getroffene Hund sein, der bellt”.
26.03.2010: 179. Kurzmeldung (05:52 Uhr MEZ)
Niemals aufgeben und schon gar nicht lassen wir uns von der US-Botschaft in Moskau unterkriegen.
Gemeinsam mit ganz ganz speziellen Helfern und Freunden sitzt Victor heute in einer Maschine nach Moskau. Das ist ein Held. Das hätte keiner außer ihm, den top Leuten, die uns in Russland unterstützen und dem EE-Office einschließlich der Flugbörse in Deutschland geschafft. In zwei Tagen von Uelen nach Moskau.
Man, habe ich einen Prass auf diese Bürokraten.
Bilder aus Uelen, von den Überlebensanzügen und der Aufführung in der Schule gibts unter http://www.facebook.com/album.php?aid=156034&id=41595873841





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PNY Tagesbericht 15.-16. März 2010
BlueGerbil | 17. März 2010 00:2115.03.2010: 160. Kurzmeldung (16:03 Uhr MEZ)Neun Stunden für 14 Kilometer - nicht schlecht.
Aktuelle Position: N 65°44.185 / W 170°53.227
Alles soweit okay. Noch 86 km.
16.03.2010: 161. Kurzmeldung (00:30 Uhr MEZ)
8 Uhr. Nach vier Stunden Schlaf, einer lauwarmen Tasse Kaffee und ein paar Keksen sind wir wieder aufgebrochen. Unser Weg (GPS-Track der Vestichotversorgungsfahrer) führt uns gerade über eine riesige Hochebene, die in der Ferne noch umrahmt ist von Hügelketten. Der Eindruck ewiger Weite, verstärkt durch gleißendes Licht, das sich durch Schnee, Dunst, Sonnenstrahlen breit macht.
Verschwindend klein, wie “ein Nichts”, kriechen wir zu viert mit unseren Gespannen durch diese Weite. Die Geschwindigkeit von ca. 2 km/h tut ihr Übriges.
An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmals besonders bei der Administration und der “JKH”, dem Kommunalservice Lavrentias, für die Hilfe und Unterstützung bedanken. Besonders die Zurverfügungstellung der beiden Arbeitsplätze in den kommunalen Garagen für die Instandsetzung unserer beiden Wagen war eine große Hilfe.
16.03.2010: 162. Kurzmeldung (00:55 Uhr MEZ)
12 Uhr. Kommen derzeit gut voran. Aktuelle Position: N 65°50.593 / W 170°50.588
In Anadyr und Providenia stürmt es und wir fahren durch den allerschönsten Sonnenschein. Die Wettervorhersage wonach der Sturm knapp über unserem Fahrgebiet vorbeiziehen soll ist gigantisch gut. Wir befinden uns derzeit mit unserem Fahrtgebiet in einem Keil eines Hochs, das sich zwischen zwei Sturmtiefs geschoben hat. Ich bin immer wieder sprachlos wie genial genau die Wetterdaten des DWD sind, mit denen wir versorgt werden und verlasse mich bei allen Entscheidungen zu 100% darauf.
Noch 70 km.
16.03.2010: 163. Kurzmeldung (05:06 Uhr MEZ)
16 Uhr. Wieder ein Lüftermotorschaden. Hat uns aufgehalten. Danach Eintritt in den schwierigsten Streckenabschnitt: ein Canyon, der schwer zu befahren ist und in den Anstieg zu einem Pass mündet. Na sauber, schaufeln seit zwei Stunden an der gleichen Stelle. Schwierig/müde.
16.03.2010: 164. Kurzmeldung (12:01 Uhr MEZ)
17 Uhr. Haben uns Meter für Meter vorgearbeitet. Aber jetzt ist absolut keine Sicht für die Fahrer mehr. Aufgrund des Lichtes, des Schnees, des Dunstes, können wir selbst mit gelben Brillen keine Konturen mehr im Schnee erkennen. Alles ist eine weißblaue Suppe. Haben uns entschlossen stehen zu bleiben und die Nacht abzuwarten. Werden jetzt ca. drei Stunden schlafen. Dann versuchen wir die Nacht durchzufahren/zu arbeiten. Wir stehen ca. 500 Meter vor dem ersten von fünf Pässen.
19:30 Uhr. Ein fürchterliches Geräusch reißt mich aus dem Schlaf. Mein Motor? Ich reiße die Tür auf. Nein, alles ok. Dann muss es von Rudi kommen. So ein Mist. Ich springe raus, stolpere schlaftrunken Richtung F2, falle, dann sehe ich zwei Lichter, die hinter F2 ankommen: ein aufgebohrtes Vestichot oder kein Auspuff dran.
Boar, man. So einen Schrecken braucht kein Mensch.
Im Endeffekt für uns aber nur sehr gut, denn a) hätten wir eh aufstehen müssen, und b) fährt das Vestichot jetzt zumindest ein paar Kilometer einen Track, bis es nach Naschken abbiegt. In dem Track können wir folgen und haben es etwas leichter. Fahren mit einem Rad rein, dann müssen wir nur noch eins graben. Wieder so eine super Fügung.
Derzeitige Position: N 65°54.331 / W 170°43.951
Alles ok.
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PNY Tagesbericht 12.-15. März 2010
BlueGerbil | 15. März 2010 14:5814.03.2010: 157. Kurzmeldung (23:50 Uhr MEZ)
In ca. drei Stunden werden wir nach Uelen aufbrechen. Eine sehr schwierige Strecke mit vielen Schrägen und fünf Pässen liegt vor uns, außerdem eine enge Stelle mit offenem Flusswasser.
Hinter uns braut sich ein Sturm zusammen, der uns bedrängt. Eine Sturmwarnung ging bereits in der Administration ein. Wir hoffen nicht voll getroffen zu werden und in 3-4 Tagen Uelen zu erreichen.
Team wohl auf. Ab jetzt sind wir nur noch über Satellitenmail erreichbar.
15.03.2010: 158. Kurzmeldung (08:01 Uhr MEZ)
Sind eben aufgebrochen. Fahren in die Dunkelheit. Hatten noch Probleme mit Trailer von F2 und die neue Servopumpe am F1 ist auch wieder kaputt gewesen. Zum Glück hatten wir noch eine. Jetzt darf keine mehr kaputt gehen.
Noch 100 km bis zum östlichsten Punkt Asiens.
15.03.2010: 159. Kurzmeldung (13:36 Uhr MEZ)
Aufbruch war 18.30 Uhr.
Haben auf Empfehlung von Vestichotfahrern aus Lavrentia soeben die große Bucht von Lavrentia - klar auf Eis - in weitem Westbogen überquert. Gesamtstrecke auf Eis: 8 km. Bis auf einige Risse, die wir aber problemlos überfahren konnten, kein Problem. Dann jedoch schwierige Anlandung an Küste mit 800 m Steilanstieg.
Sensationell wie sich die Wrangler MT/R in den Schnee bissen.Sind jetzt auf Position N 65°39.811 / W 170°53.617
Noch ca. 92 km bis nach Uelen.
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PNY Tagesbericht 9.-12. März 2010
BlueGerbil | 12. März 2010 07:5709.03.2010: 154. Kurzmeldung (02:19 Uhr MEZ)
Wir fahren jetzt in die Stadt. Von hier aus sind es noch 80 km Luftlinie bis Uelen.
Wir werden jetzt erstmal 2-3 Tage Autos instand setzen und dann versuchen am Ende der Woche aufzubrechen.
10.03.2010: 155. Kurzmeldung (20:16 Uhr MEZ)
Es war ein sehr freundlicher Empfang, den wir hier in Lavrentia erlebten. Der Chef der Administration empfing uns unmittelbar nachdem wir in die Stadt eingefahren waren. Alles wurde sofort für uns organisiert, eine kleine Wohnung mit Küche, eine warme Box in der wir die Autos reparieren können (und einen Teil heute auch schon erledigten wie z.B. Vorderachsen schweißen, Räder umbauen, Batterie wechseln, alles kontrollieren, etc.).
Wirklich klasse. Eine sehr herzliche Aufnahme in dieser besonderen Stadt am Ende Tschukotkas. Morgen sind wir eingeladen einen kleinen Vortrag im Kulturcenter der Stadt zu halten.
Derzeit planen wir am Wochenende nach Uelen aufzubrechen.
12.03.2010: 156. Kurzmeldung (05:59 Uhr MEZ)
Heute besuchten wir auf Einladung noch die Schule hier und sprachen mit ca. 80 Kindern, die unseren kleinen Vortrag besuchten. Im Anschluss lud man uns noch zu vorzüglichem Essen in der Schulaula ein.
Langsam gehen auch die Vorbereitungen für die Absicherung der Beringstraßenüberquerung in die entscheidende Phase. Wir prüfen, vervollständigen gerade das Notfallequipment. An den Wagen müssen wir nun noch die Tanks aus-/einbauen, um die Kraftstoffpumpen zu reinigen, die Radlager der Trailer kontrollieren/einstellen, volltanken, einkaufen und dann versuchen wir am Sonntagvormittag aufzubrechen.
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PNY Tagesbericht 8. März 2010
BlueGerbil | 8. März 2010 18:4708.03.2010: 152. Kurzmeldung (06:56 Uhr MEZ)
8 Uhr. Sind aufgebrochen. 15 km auf Eis und einer Landzunge liegen zwischen uns und Lorino. Hoffen wir dass wir es heute schaffen.
16.30 Uhr. Nach 11 Tagen in Schnee und Eis, auf einer Gesamtstrecke, die nach unseren Informationen noch niemals zuvor von Autos und dazu noch mit Trailern und aus eigenem Antrieb zurückgelegt wurde, vier Mann auf sich alleine gestellt, erreichten wir soeben Lorino. Da uns das viele nicht zutrauten, sind wir schon ein bisschen mehr als zufrieden.
17.30 Uhr. Nach einem herzlichen Empfang mit jeder Menge Kindern, nach der Registration und Kontrolle der Papiere, brechen wir jetzt wieder auf nach Lavrentia. 43 km.
08.03.2010: 153. Kurzmeldung (12:56 Uhr MEZ)
24 Uhr. Wir haben den Randbezirk von Lavrentia erreicht. Aktuell stehen wir drei Kilometer vor der Stadt auf einer Anhöhe (aktuelle Position: N 65°35.577 / W 171°04.660) und haben uns entschieden hier zu übernachten, morgen früh erst in die Stadt zu fahren.
An dieser Stelle noch ein Dank an Valeriy, ein super Typ. Ein Mann, der sich nichts daraus machte dass Andere ihn für verrückt erklärten als er sich entschied die Expedition zu begleiten.
Danke dass du eingesprungen bist. Wir sind sehr gerne mit dir unterwegs gewesen, du warst ein guter Kamerad, hart im nehmen und sehr zuverlässig. Danke für deine fröhlich Art und deine gute Laune! Valeriy wird nun nach Providenia zurückkehren und Konstantin Savva wird anstelle seiner das Team komplettieren. Damit bleibt es bei der hälftigen Aufteilung Russland/Deutschland im Team.
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PNY Tagesbericht 5.-7. März 2010
BlueGerbil | 7. März 2010 12:42Mehr neue Fotos auf http://bit.ly/auCc7D


05.03.2010: 141. Kurzmeldung (01:46 Uhr MEZ)
7 Uhr. Der Sturm hat für kurze Zeit etwas nachgelassen. Das gab uns die Möglichkeit in fünf Stunden den Lüfter von F2 zu reparieren. Wir müssen F2 noch besser mit Schnee zu schützen, einen Toilettenschutz bauen (Iglustyle), auch um unter zumindest erträglicheren Bedingungen nachtanken zu können, wenngleich es immer noch heftig ist. Wir haben die Standsituation aber verbessern können.
Ein Aufbrechen ist jedoch nach wie vor nicht möglich. Die Sicht liegt bei unter zehn Metern.
Das Team ist wohl auf, die Stimmung gut, die russisch-deutsche Freundschaft sehr stark, ausgezeichnete Kameradschaft. Die Motoren laufen. Position unverändert.
05.03.2010: 142. Kurzmeldung (20:46 Uhr MEZ)
6 Uhr. Nach der dritten Nacht am dritten Tag hat der Sturm heute Morgen nachgelassen. Es ist weniger Schnee in der Luft. Die Sicht beträgt ca. 50-60 m.
Wir werden beginnen die Autos auszugraben, die Achsen und Getriebe mit dem Webasto-Heißluftstrahl aufzutauen (das Öl ist gefroren, so können wir nicht los). Das wird ca. acht Stunden dauern. Danach - sollte das Wetter so bleiben - versuchen wir hier wegzukommen.[/quote]
06.03.2010: 143. Kurzmeldung (01:29 Uhr MEZ)
11 Uhr. Wir haben F1 ausgegraben und versuchen eine Spur zu machen. Die Brennerlampe geht nicht. Der Sturm bläst auch den Webastostrahl weg, den wir versuchten auf die Achsen zu lenken. Also können wir das Öl nicht erwärmen – wir müssen es so versuchen.
Die Sicht ist bisher stabil bei ca. 50 m. Hoffentlich schaffen wir den “Ausbruch”
14 Uhr. Wir sind gestartet.
06.03.2010: 144. Kurzmeldung (05:46 Uhr MEZ)
Der Ausbruch ist geglückt. Wir arbeiten uns Meter für Meter vorwärts. Soeben haben wir zwei schwierige Eispassagen geschafft und damit eine sehr schmale Landzunge erreicht.
Aktuelle Position: N 65°13.176 / W 172°12.393
06.03.2010: 145. Kurzmeldung (09:39 Uhr MEZ)
20.30 Uhr. Gerade haben wir nach einer schwierigen Schrägfahrt und einem Anstieg mit vielen Schneeverwehungen vom Ufer zur Strandpromenade, eine Pause gemacht. Wir haben einen warmen Kaffee getrunken und etwas gegessen.
Draußen stürmt es wieder wie verrückt und wir drehen auch auf, aber diesmal die Musik. Nach den letzten Tagen der Gefangenschaft und dem heutigen Ausbruch freuen wir uns einfach mal. Wir drehen also die Musikboxen auf bis zum Anschlag und schicken uns ein Lied nach dem anderen über Funk.
Dank Christoph hat Rudi einen schier unendlichen Vorrat an Songs aller Richtungen und ich habe auf der Festplatte von F1 genügend Songs um Hitparade zu machen. Na ja, muss halt auch mal sein.
Geil auf jeden Fall dass wir aus dem Schneelager raus sind. Mal sehen ob wir den Pass, der vor uns liegt schaffen.
Vor ca. 3 km hatten wir bei einem Stopp noch festgestellt dass das vordere obere Achslager an F2 ausgebrochen ist, der Langarm rumschlackert. Na ja, wie immer müssen Gurte und Kupferdraht her, eine Portion Kraft zweier Männer, etwas Glück, ein Windschutz, eine Stunde Zeit und das Ding ist so gut wie geschweißt - halt nur mit Stoff. Mal sehen wie lange es hält.
Das Team ist wohl auf. Unsere aktuelle Position: N 65°15.710 / W 172°12.030
06.03.2010: 146. Kurzmeldung (13:15 Uhr MEZ)
23 Uhr. Stark: Bei Schneetreiben, Wind, in der Nacht und teilweise null Sicht haben wir die Passhöhe bei N 65°17.119 / W 172°13.385 erreicht.
06.03.2010: 147. Kurzmeldung (23:56 Uhr MEZ)
Wir bleiben nun stehen um ein bisschen zu schlafen.
Aktuelle Position: N 65°20.164 / W 172°12.642
07.03.2010: 148. Kurzmeldung (01:33 Uhr MEZ)
9 Uhr. Das Wetter ist besser. Die Sicht beträgt ca. 60-80 m, weniger Wind, weniger Schnee.
Nachdem wir nun mehrere Stunden geschlafen haben, werden wir nun weiterfahren.
Unsere Position: N 65°20.891 / W 172°12.383
Haben eben zwei Jäger mit einem russischen Snowmobil getroffen, die auf einem angehängten Schlitten ein Jagdboot aus Walrosshaut hatten. Genial, aber krass dass sie damit wirklich ins Wasser gehen. Die Person muss einigermaßen leicht sein, die Paddel sind kaum 10 cm breit. Interessant wie sie da noch Robben reinholen wollen.
12.30 Uhr. Wir nähern uns weiter Lorino. Heftige Schneewehen erschweren das Vorwärtskommen erheblich. Immer wieder müssen wir den Trailer von F1 abhängen, mit F1 und Sandblechen einen Weg machen, alles wieder verladen, anhängen, und weiter.
Aktuelle Position: N 65°23.002 / W 172°11.084
07.03.2010: 149. Kurzmeldung (05:01 Uhr MEZ)
Eben haben wir eine Fischerschutzhütte bei N 65°24.934 / W 172°09.521 erreicht. Dort trafen wir auf zwei Jägertrupps aus Lorina, die Seehunde jagten. Herzliche Begrüßung. Wir haben jetzt noch ca. 25 km nach Lorino. Jetzt rasten wir kurz, dann nachtanken, dann kämpfen wir uns weiter.
07.03.2010: 150. Kurzmeldung (07:26 Uhr MEZ)
18 Uhr. Wir haben einen spirituellen Platz der Tschuktschen bei N 65°27.359 / W 172°06.597 erreicht. An diesem Platz auf der schmalen Landzunge, auf der wir gerade fahren, ragen Walknochen meterhoch in die Höhe.
Aufgestellt als spirituelles Mahnmal und Gedenkmal. Hier bringt man Opfer wie Victor mir erklärt. So auch wir. Als Vertreter für uns alle ging Victor mit gutem Essen - Lieblingsschokolade, Brot, etc. - um die Knochen und warf/legte den Göttern diese Speisen zur Besänftigung zum Essen vor. Ob es hilft sehen wir. Als Victor wieder ins Auto steigt und einen Moment sitzt, fällt sein Messer, das er fest vor sich ins Armaturenbrett gesteckt hat in den Fußraum. Eigentlich geht das nicht.
Auch nicht wenn man daran zieht und er hatte es zuvor auch nicht berührt. Komisch. Es ist das erste Mal dass es fällt und er meint es ist ein Zeichen, die Götter haben uns gesehen und okay gesagt.
Nun steigt auch Rudi aus, will den Ort selbst besuchen. Eine ganze Zeit steht/verharrt er mit dem Rücken zu uns, sieht in die Ferne.
Vielleicht ist dies wirklich ein magischer Ort.
Mittlerweile ist es dunkel geworden. Keiner spricht ein Wort. Weder im Auto, noch über Funk. Jeder geht seinen eigenen Gedanken nach und irgendwie ist es als stünde die Expedition auch in den Köpfen für einen Moment lang still.
Ich werde hier ein wenig schlafen.
07.03.2010: 151. Kurzmeldung (09:00 Uhr MEZ)
Nach ermüdendem ungefähr 40 Mal Trailer ab-/anhängen, Spur machen, zurückfahren, etc. auf den letzten 5 km haben wir nun den äußersten Zipfel einer Landzunge bei N 65°29.027 / W 172°04.992 erreicht. Damit sind wir nun ca. 15 km vor Lorino. Wir müssen nun ca. 1-3 km über Meereis fahren um auf die andere Landzunge zu kommen. Das hängt jedoch von der Eissituation ab. Bei Nacht gehen wir das jetzt nicht mehr an. Wir warten Tageslicht ab.
Team okay, Kraftstoffreserven okay. F1 Motor stottert wegen Kraftstoffzufuhrproblemen, bei nächster Gelegenheit muss die Benzinpumpe gereinigt werden. Außerdem haben wir heute eine überhitzte Servolenkung gehabt, Luft im System. Das muss in dem Zug, wenn die Achse am F2 geschweißt wird mit repariert werden.
Wir legen uns jetzt schlafen. Es war ein harter Tag.
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PNY Tagesbericht 28. Februar - 01. März 2010
BlueGerbil | 1. März 2010 23:4028.02.2010: 131. Kurzmeldung (00:22 Uhr MEZ)
Sind seit 24 Stunden auf dem Eis der Bucht. Es ist eine unglaubliche Plackerei. F1 und F2 sind total in Wasserfallen eingebrochen. 200 m in 13 Stunden. So ein Mist…
Aus der heftigsten Wasserfalle konnten wir uns befreien. Wir haben seit gestern 10 Uhr morgens nicht geschlafen. Das Team ist wohl auf und mental stark.
Weiter geht’s.
28.02.2010: 132. Kurzmeldung (19:13 Uhr MEZ)
Nun haben wir seit 36 Stunden ununterbrochen durchgearbeitet. Wir sind wie beschrieben genau in die Wasserfallen rein und mussten uns daraus befreien vor dem man uns warnte. Aber einen anderen Weg als durch die Bucht gibt es nicht. Deshalb müssen wir versuchen durchzukommen.
Besonders das Winchen mit F1 ist neben dem ewigen Schaufeln und Sandbleche schleppen kräftezehrend. Um F1 winchen zu können brauchen wir einen Eisanker. Dieser besteht aus einem ca. 80 cm langen, runden Holzstück um dessen Mitte das Winchseil geschlungen wird. Dann versenken wir das Holzstück quer zur Zugrichtung in einem Schneeloch, das wir vorher bis auf die Eisfläche runtergegraben haben. In dieses ca. 80-100 cm tiefe Loch rammen wir dann noch drei Eisstangen um das Holzstück zu sichern und schlagen diese so tief wie möglich in das Eis auf dem das Holz liegt. Da Wasser auf dem Eis steht ist dies eine nasse Angelegenheit. Die Handschuhe frieren in Sekunden.
28.02.2010: 133. Kurzmeldung (22:29 Uhr MEZ)
6 Uhr. Wir brechen auf nachdem wir nun zumindest einige Stunden geschlafen haben. Es sind -35°C. Daher hoffen wir dass das Wasser etwas mehr gefroren ist und wir fahren können anstatt zu winchen.
01.03.2010: 134. Kurzmeldung (07:22 Uhr MEZ)
Aktuell befinden wir uns bei N 64°51.821‘ / W 172°43.365‘.
Nachdem wir gestern Abend noch beide Wagen und beide Trailer zumindest zusammen auf ein sicheres Stück “Wasserschnee” gestellt hatten, fielen wir in Tiefschlaf. Als wir abends noch Besuch von zwei Skidoofahrern und von Vladimir und Jefgeny aus Providenia erhielten, bekam zumindest ich das nur noch im Halbschlaf mit.
Heute lief es dann besser nachdem die tiefen Temperaturen der Nacht das Sulzgemisch hatten weiter frieren lassen. Die neuen Wrangler MTR‘s konnten wieder mal ihre Stärken ausspielen und uns vorwärts bringen.
Bedingt wird dieser Wasserschnee übrigens durch drei große Risse, die jedes Jahr in der Bucht entstehen. Zwei verlaufen quer zur Bucht, einer parallel. Auf den Fotos, die wir senden werden ist der Dritte zu erkennen. Die Risse sind ca. 40-60 cm breit. Der dritte Riss z.B. hatte nur eine Eisstärke an einer Stelle von rund 10 cm.
Was uns heute aufhielt waren Seehundlöcher. Seehunde brauchen Luft zum Atmen. Da aber alles gefroren ist, hat sich die Natur ein klasse Instrument einfallen lassen und die Tierchen mit “Superpuste” ausgestattet. Mit ihr “hauchen” sich die Seehunde Löcher in das Eis um an die frische Luft zu kommen. Es entstehen mehr oder weniger kreisrunde Löcher, die sich natürlich mit Wasser füllen. Schneit es lange, wehen die Löcher zu und es entsteht eine trügerische Schicht.
Etliche von den Dingern haben wir heute erwischt. Mal mit dem Vorder-, mal mit dem Hinter-, mal mit dem Anhängerrad. Hier muss es von den Kollegen nur so wimmeln.
Fährt man mit genügend Speed drüber und bricht ein, reißt es einem die Achse raus, da die Löcher mit dem Wasser/Schnee darüber ein Loch von insgesamt gut 1,5 x 1,5 Metern entstehen lassen. Also schön langsam, dann bricht zwar ein Rad ein, man macht sich aber nichts kaputt.
Steht man an einem solchen Loch und versucht es zuzuschaufeln um dann Sandbleche drüber zu legen, kann es sein dass man mit dem nächsten Spatenstich schon das nächste findet und mit den Füßen einbricht und sich wundert warum “Mann” plötzlich 60 cm tiefer steht (so geschehen).
01.03.2010: 135. Kurzmeldung (07:30 Uhr MEZ)
17 Uhr. Soeben haben wir wieder Festland erreicht und damit Jandrekinot. Super geil!
Wir sind alle froh diese lange Bucht geschafft zu haben. Starkes Team!
Sofort wurden wir von einem Skidoo empfangen, ein Vater mit zwei Jungs. Unmittelbar danach erreichte uns der Ortspolizist. Wir wurden ebenfalls sehr freundlich begrüßt, die Papiere kontrolliert. Alles okay.Jetzt fahren wir an den Ort um dann sofort wieder aufzubrechen. Das Wetter ist super, wird aber schlimm. Wir erwarten laut den genialen und derart genauen Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zwei Orkane, die uns treffen werden. Einer beginnt am Freitag. Bis dahin wollen wir schon ein gutes Stück Richtung Lavrentia geschafft haben.
Wir versuchen in jedem Fall eine Siedlung vor Lavrentia zu erreichen. Schaffen wir das nicht, müssen wird die Orkane im Auto aushalten.Mal sehen wie schlimm die Strecke wird.
01.03.2010: 136. Kurzmeldung (19:06 Uhr MEZ)
3 Uhr. Wir kommen nicht schlecht voran. Wir haben einen kleinen Pass hinter Jandrekinot geschafft und drei Stunden geschlafen. Da wir aber das Wetter nutzen müssen fahren wir schon wieder. Wir schlängeln uns nun zwischen zwei kleinen Bergketten und irren Schneeverwehungen hindurch, die hart sind wie Beton.
Aktuelle Position: N 64°58.172 / W 172°25.621
Das Team ist wohl auf.
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PNY Tagesbericht 27.-28. Februar 2010
BlueGerbil | 28. Februar 2010 20:2327.02.2010: 129. Kurzmeldung (10:14 Uhr MEZ)F1 ganz heftig in Schnee eingebrochen. Über einen Meter versunken. Grundsol, darunter Wasser. Wir haben drei Stunden gebraucht um ihn rauszubekommen.
Wir stehen noch an der Stelle und versuchen irgendwie über den Riss zu kommen, der darunter zu sein schein. Mit Sandblechen krabbeln wir halben Meter für halben Meter vor. Ohne Sandbleche geht nichts mehr. Wir schaufeln, winchen, ziehen, etc. Eine Plackerei ohne Ende.
Eben dann ein wenig russische Romantik als wir mit einer Brennlampe Feuer machten, einen Tee kochten (Kaffee auch), Brot schnitten, Zwiebeln und Wurst aßen. Genauso wie russische Soldaten das eigentlich machen, wie wir erfuhren.
Jetzt versuchen wir weiter zu kommen. Am besten ist wenn man vergiss dass man hier mit 16 Tonnen auf Eis mitten in einer Bucht steht. Dann geht es. Denkt man daran wird einem schon mal mulmig, obwohl die Dicke bei ca. 80 cm liegt.
Eben hat auch der Wind etwas nachgelassen, was dazu führte dass die Schneeflocken am Boden bleiben und nicht aufgewirbelt wurden. Wir konnten in der Ferne für ein paar Minuten immer mal wieder die Lichter von Jandrekinot sehen.[/quote]
27.02.2010: 130. Kurzmeldung (11:24 Uhr MEZ)
Wie läuft das ab was wir gerade machen?
Reifen 0,1 vorne und 0,2 hinten.
Zuerst versuchen wir F1 mit Schaufeln und Sandblechen irgendwie über die Tiefschneefelder zu bekommen. Meter für Meter. Dann winchen wir den F1 Trailer mit der hinteren Winde des F1 im Abstand von gut 80 Metern bis auf 40 Meter an F1 ran. Dann benutzen wir den F1 Trailer als Winchpunkt für das F2 Gespann und helfen auch hier mit den Sandblechen, da F2 sonst ebenfalls einbricht. Plackerei, aber nur so geht‘s.
Ohne das geniale Windensystem vorne und hinten mit Umsteckwinden: null Komma null Chance. Die auf Einachsbetrieb mit Kufe vorne umgebauten Anhänger sind auch nur so hier durchzubringen. Der Umbau hat sich gelohnt. Das Material von Roka und BPW ist einfach spitze. [/quote]
[quote][b]28.02.2010: 131. Kurzmeldung (00:22 Uhr MEZ)[/b]
Sind seit 24 Stunden auf dem Eis der Bucht. Es ist eine unglaubliche Plackerei. F1 und F2 sind total in Wasserfallen eingebrochen. 200 m in 13 Stunden. So ein Mist…
Aus der heftigsten Wasserfalle konnten wir uns befreien. Wir haben seit gestern 10 Uhr morgens nicht geschlafen. Das Team ist wohl auf und mental stark.
Weiter geht’s.
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PNY Tagesbericht 24.-27. Februar 2010
BlueGerbil | 27. Februar 2010 06:4024.02.2010: 121. Kurzmeldung (09:03 Uhr MEZ)
Autos und Trailer soeben fertig. Haben derzeit jedoch unerwartet und heftig eine andere, sehr schwere Prüfung zu durchstehen. Das Team ringt. Morgen der Tag wird denke ich eine Entscheidung bringen. Schwere Zeit.
25.02.2010: 122. Kurzmeldung (12:53 Uhr MEZ)
Die Prüfung ist vorüber. Das Team hat gerungen, sehr hart gerungen. Einen Crack im Miteinander zweier Menschen haben wir trotz aller Freundschaft, die unser Team verbindet und weiter verbinden wird, nicht kitten können. Nun, nach so langer Zeit des Kämpfens, Harrens, Wartens und harten Arbeitens wird es eine Teamänderung geben. Jefgeny Konstantinov wird nach Moskau zurückkehren, Konstantin Savva wird in das Einsatzteam zurückkommen. Es wird teamintern bleiben was geschah, aber Jefgeny hat sich diese Entscheidung sehr schwer gemacht. Er hat lange mit sich gerungen, am Ende stand jedoch der Flug zurück.
Mein guter Kamerad, ich danke dir für die gemeinsame Zeit, für die top Navigation, selbst im absoluten Blindflug, deine Ruhe, die Zuverlässigkeit, die Partnerschaft. Jefgeny, du warst ein top Partner. Ich bedauere dass du nicht weiter mit kannst.
Das Team wird morgen früh aufbrechen.
26.02.2010: 123. Kurzmeldung (05:43 Uhr MEZ)
12 Uhr. Nach toller offizieller Verabschiedung vor der Administration, von vielen vielen Menschen und Freunden sind wir aufgebrochen.
13 Uhr. Achsschaden am F2 Trailer. Wir haben 4 Stunden gebraucht, sind wieder fahrbereit. Das Radlager mitsamt Trommel war abgebrochen und ein komplettes Rad hatte sich verabschiedet. Aus Providenia haben wir mit Hilfe von Alexander ein Ersatzteil von Aletr Achse geholt. In der Zwischenzeit haben wir alle anderen Achslager kontrolliert und nachgestellt. Die schwierigste Geschichte war es, den in den Schnee eingesunkenen Trailer einseitig anheben zu können.
17 Uhr. Weiter geht‘s!
26.02.2010: 124. Kurzmeldung (07:51 Uhr MEZ)
Haben soeben New Chaplena erreicht. Wir fahren aber sofort weiter um das Nachtlicht (sehr gute Sicht mit Mondlicht) und die eisigen Temperaturen bis -35°C auszunutzen. Wir hoffen dass der tiefe Schnee, der jetzt 20 km bis zur Bucht kommt, in der Nacht mehr gefriert und uns trägt.
26.02.2010: 125. Kurzmeldung (10:58 Uhr MEZ)
Steckten für ca. 1,5 Stunden heftig fest. Wir mussten uns von der Doppelbereifung trennen, da die Felgen kaputt gingen. Im Moment befinden wir uns im Tiefschnee zwischen New Chaplena und der Sinavinslkie Bucht. Begleitet werden wir von unseren beiden Skidoofahrern Vladimir und Konstantin.
Die drehen allerdings jetzt ab, fahren zurück nach Providenia um dort zu schlafen. Morgen früh kommen sie wieder zu uns. Als neuer Teamkollege und Ersatzmann für Jefgeny bis nach Lavrentia ist Valerie Borisovitsch, unser Freund aus Providenia im Auto von Rudi. Victor fährt bei mir mit.
27.02.2010: 126. Kurzmeldung (00:32 Uhr MEZ)
08.30 Uhr. Haben uns gestern noch bis 2,5 km vor die Bucht gekämpft. Dann haben wir erschöpft angehalten um zu schlafen. Das Wetter ist okay, am Boden Winde mit Verwehungen (wir stehen in einem Tal. Da machen Fallwinde noch mehr zu schaffen), Himmel ist klar. Wir sehen die Bucht von unserem Standplatz schon (also da wo sie sein müsste wenn es Wasser wäre) und hoffen die letzten beiden Kilometer noch einigermaßen zu überwinden. Dann sehen wir wie wir aufs Eis kommen.
27.02.2010: 127. Kurzmeldung (04:30 Uhr MEZ)
15 Uhr. Bucht erreicht. Nach kurzem Stopp zum Anlegen von Schutzkleidung sind wir wieder aufgebrochen. Mal sehen ob das Eis trägt. Der Einstieg war okay. Der Riss mit Wasser ist mittlerweile wieder gefroren. Sehr gut.
27.02.2010: 128. Kurzmeldung (06:23 Uhr MEZ)
16.30 Uhr. F2 ist eingesunken. Das Wasser drückte in die rechte Spur. Es musste schnell gehen. Wir haben es mit einem sehr langen Seil am F1 Trailer geschafft und mit winchen winchen winchen. Jetzt fahren wir wieder.
17.30 Uhr. Ein Skidoofahrer dreht wegen Unterkühlung ab und kehrt nach Providenia zurück. Winchen und krabbeln weiter vorwärts auf tiefem Schnee auf Eis. Erster Gang Kriechgeschwindigkeit.
Noch 34 km nach Jandrekinot.
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PNY Tagesbericht 22. Februar 2010
BlueGerbil | 23. Februar 2010 06:1922.02.2010:Die Reparaturen nehmen noch mehr Zeit in Anspruch als geplant. Eine Tücke sind immer wieder die Werkzeuge. Anstelle von Spezialwerkzeugen behelfen wir uns mit immer neuen Ideen, die aber erst mal durchdacht und umgesetzt werden müssen, um die fehlenden Spezialwerkzeuge zu ersetzen. Das Improvisieren nimmt einfach einen Haufen Zeit in Anspruch. Grundsätzlich kommen wir jedoch voran. Wenige restliche Arbeiten sind noch auszuführen, u.a. die Hinterachse des F1.
Hoffentlich schaffen wir es morgen die Testfahrt zu machen, dann würden wir ganz früh am Mittwoch aufbrechen.Wen es interessiert was wir alles zu reparieren, instandzusetzen, anzufertigen, neu zu erfinden und umzubauen hatten/haben, hier mal die grobe Liste der Arbeiten, die wir durchführten/-führen:
F1 mit Trailer1:
- Hauptstecker elektrischer Stab instand gesetzt und abgedichtet
- Achslagerspiel vorne rechts und links und hinten rechts und links eingestellt und Freilaufnabe vorne links instand gesetzt
mit Blechdosendeckel
- Hebescheren an Fahrzeugen befestigt
- Stabillager vorne rechts und links befestigt
- Lenkungsbock und Panardstabgegenlager konstruiert und eingeschweißt/Rahmenaufnahme gerichtet und geschweißt
- Vordere untere Federaufnahmen gerichtet und geschweißt
- Durchgeschliffenen Rahmen vorne rechts und links geschweißt
- Sämtliche Schrauben nachgezogen und befestigt
- Doppelbereifungssystem umgebaut und auf Felgenbetrieb umgerüstet
- Auspuffhalter geschweißt
- Auspuffhosenrohr rechts und links befestigt
- Servopumpe und beide Servoleitungen erneuert
- Rillenriemen, Spanner und Umlenkrolle erneuert
- Stromversorgung und Antennenkabel für Notfunkgerät instand gesetzt
- Panardstablager erneuert
- Ölwanne verstärkt, weil die Achsen anschlugen
- Oberen rechten und linken Anlenkarm hinten Verstärkungen aufgeschweißt und Gummilager aus Isolatoren neu gebaut
- Hinterachsreparatur durchgeführt/Differential erneuert
- 2 Doppelreifenkäfige gerichtet
- 3 Beadlockschläuche erneuert
- 2 Reifenventile erneuert
- Schwimmreifengröße angepasst
- Oberes vorderes Achslager abgeflext und verkleinert
- Batterien geladen- Anhänger komplett entladen und beladen, auf Einachsbetrieb umgebaut, Pontons und Halter versetzt, Rahmen
umgeschweißt, Zugdeichsel neu konstruiert und ausgetauschtF2 mit Trailer2:
- Panardstabaufnahme und Stabilisatoraufnahme und Federanschlagaufnahme hinten rechts gerichtet
- Abgerissene Bremsleitung vorne rechts erneuert
- Vorderachshälfte rechts erneuern
- Achslagerspiel vorne rechts und links und hinten rechts und links eingestellt
- Hebescheren an Fahrzeugen befestigt
- Stabillager vorne rechts und links befestigt
- Lenkungsbock und Panardstabgegenlager konstruiert und eingeschweißt/Rahmenaufnahme gerichtet und geschweißt
- Vordere untere Federaufnahmen gerichtet und geschweißt
- Durchgeschliffenen Rahmen vorne rechts und links geschweißt
- Sämtliche Schrauben nachgezogen und befestigt
- Doppelbereifungssystem umgebaut und auf Felgenbetrieb umgerüstet
- Auspuffhosenrohr rechts und links befestigt
- Servopumpe und beide Servoleitungen erneuert
- Rillenriemen, Spanner und Umlenkrolle erneuert
- Panardstablager erneuert
- Ölwanne verstärkt, weil die Achsen anschlugen
- Oberen rechten und linken Anlenkarm hinten Verstärkungen aufgeschweißt und Gummilager aus Isolatoren neu gebaut
- 1 Doppelreifenkäfig gerichtet
- 1 Beadlockschlauch erneuert
- 3 Reifenventile erneuert
- Schwimmreifengröße angepasst
- Oberes vorderes Achslager abgeflext und verkleinert
- Batterien geladen- Anhänger komplett entladen und beladen, auf Einachsbetrieb umgebaut, Pontons und Halter versetzt, Rahmen
umgeschweißt, Zugdeichsel neu konstruiert und ausgetauschtDazwischen die Autos mit Lufthakenseilbrückenhängetechniken x-mal freischwebend über der Grube und mit waghalsigen Konstruktionen um- und aufgebockt, nachdem wir vorher rund 30 Holzstücke aus dicken Balken mit einem Fuchsschwanz (Handsäge) geschnitten hatten.
22.02.2010: 120. Kurzmeldung (11:39 Uhr MEZ)
Beide Testfahrten erfolgreich durchgeführt!!!
Anhängertests ebenfalls erfolgreich!!!Beginnen nun mit dem Beladen der Wagen.
Wird wieder eine lange Nacht. Morgen dann tanken, Wohnung räumen, Vorräte einkaufen, restliche Dinge laden, Abschlussmeetings mit Personen des öffentlichen Lebens und Helfern, dann schlafen.
Werden wenn Wetter weiter okay ist, am Mittwoch früh aufbrechen.
Leider entstand am Einstieg zur 60 km langen Bucht schon ein großer Riss, der mit Wasser gefüllt ist. Außerdem erwartet uns wohl sehr viel Schnee, wie wir heute wieder erfuhren.
Mal sehen.
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PNY Tagesbericht 14-18. Februar 2010
BlueGerbil | 18. Februar 2010 23:4414.02.2010: 115. Kurzmeldung (22:11 Uhr MEZ)
Bering Air teilte soeben mit sie werden nicht kommen weil man andere Flüge durchführen wolle. Na toll. Unser Flug ist seit Mittwoch letzter Woche in Verzug. Habe interveniert. Mal sehen ob das Management von Bering Air einlenkt.
15.02.2010: 116. Kurzmeldung (11:44 Uhr MEZ)
Definitiv kein Flug heute. Bering Air hat abgelehnt - also wieder Prinzip Hoffnung dass es dann morgen wird. Krass. Ich denke grundsätzlich ist das für diese besondere Region der Erde eines der Hauptprobleme. Jeglicher Transport ist entweder wetterabhängig, extrem aufwendig, teilweise lebensgefährlich oder spektakulär. Aktuell planen wir am Freitag, spätestens Samstag aufzubrechen. Haben heute weiterrepariert und vorbereitet.
16.02.2010: 117. Kurzmeldung (00:13 Uhr MEZ)
Kaum zu glauben. Soeben erhielten wir die Nachricht, dass der Flug mit unseren Ersatzteilen Nome verlassen hat und in ca. 1 Stunde hier sein wird. Victor ist auf dem Weg zum Flughafen um alles zu regeln. Jefgeny hilft. Rudi und ich schrauben in Ruhe weiter.
Endlich! Mal sehen ob alles dabei ist was wir brauchen.
16.02.2010: 118. Kurzmeldung (05:20 Uhr MEZ)
Gelandet!!! Phuuuuuu.
Alles wird gerade kontrolliert, dann verzollt, dann in die Werkstatt gebracht.
Bin gespannt ob wir mit den Dingen die Autos wieder flott bekommen.
18.02.2010: 119. Kurzmeldung (12:53 Uhr MEZ)
Wir arbeiten wir mit Hochdruck an den Wagen. Könnte es denn anders sein? Derzeit planen wir am Samstag oder Sonntag aufzubrechen. Wir wollen zunächst Novoe Chaplino erreichen, dann - nach kurzem Stopp dort - den längsten Eistest auf Meereis (rund 60 km entlang der Küste) mit Ziel Janrakinnot in Angriff nehmen.
Dazu werden die auf Einachsbetrieb umgebauten Anhänger mit 25-Meter-Seilen hinter den Wagen hergezogen um zu hohe Belastungen des Eises und damit ein Einbrechen zu verhindern.Wilde Geschichten werden hier über diesen insgesamt rund 80 km langen Abschnitt erzählt (versunkene Fahrzeuge, Nalid Eis ohne Ende, etc.).
Eine besondere Tücke auf diesem Abschnitt sind die Wasserfelder. Diese bilden sich an bestimmten Stellen auf dem Eis und werden von Schnee überdeckt. Die Wind- und Temperaturverhältnisse sorgen dafür, dass die Schneeoberfläche gefriert (allerdings Schneeoptik behält), der Schnee und das Wasser darunter aber nicht. Eine tückische, optisch glatte Fläche bildet sich, die beim Befahren jedoch einbricht. Wir hoffen nicht in eine solche Falle zu geraten.
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